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Ist die metallzeitung noch zu retten?

Neues > 2011

Zuletzt geändert am 1.4.2011



Ist die "metallzeitung" noch zu retten?

In der Aprilausgabe der Mitgliederzeitung der IG Metall (Jahrgang 63) wird auf der Titelseite für die Sozialwahlen 2011 geworben. Allerdings dürften viele Kolleginnen und Kollegen sich verwundert die Augen gerieben haben als sie diese besondere Werbung gesehen haben.




Da hält der Vorsitzende für die Versicherten im Vorstand der BG Holz und Metall, Sönke Bock, ein Schild mit der Aufschrift "Für die beste Medizin nach dem Arbeitsunfall" und im Untertitel wird verkündet: "Wie Metaller sich für Versicherte stark machen".

Steht für die Vertreter der IG-Metall in den Selbstverwaltungsgremien der gewerblichen Berufsgenossenschaften "die beste Medizin nach dem Arbeitsunfall" wirklich im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten - wohl kaum.

Glücklicherweise steht da schon die gesetzliche Grundlage, auf Basis derer die Selbstverwaltungen handeln dagegen. Das SGB VII gibt eine andere Prioritätensetzung vor:
Prävention vor Rehabilitation vor Entschädigung. Das ist nachzulesen im §1 SGB VII, wo es unter der Überschrift "Prävention, Rehabilitation, Entschädigung" heißt:

"Aufgabe der Unfallversicherung ist es, nach Maßgabe der Vorschriften dieses Buches
1. mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten,
2. nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen zu entschädigen."


Der Gesetzestext legt also nicht nur eine eindeutige Reihung der Handlungsschritte fest, es wird dort auch über den Umfang und die Qualität der Rehabilitation etwas ausgesagt und das geht weit über "die beste Medizin" hinaus. Zwischen "bester Medizin" und umfassender medizinischer und sozialer Rehabilitation liegen glücklicherweise Welten.

Dieser Sachverhalt ist eigentlich auch allen IG-Metallerinnen und IG-Metallern bekannt, die Aufgaben in den Selbstverwaltungsgremien der Berufsgenossenschaften übernommen haben - allerdings wohl mit zwei Ausnahmen, nämlich einerseits dem auf der Titelseite dargestellten ersten Vorsitzenden des Vorstandes der BG Holz und Metall und andererseits der Redaktion der "
metallzeitung". Schön, dass die Redaktion in Frankfurt für eine Beteiligung an den Sozialwahlen etwas tun will, aber gut gemeint ist eben nicht notwendigerweise gut, dazwischen können Welten liegen.

Oder was wollte die Redaktion der "
metallzeitung" sonst damit sagen?

  • Wir führen mal vor, wie wenig wir wissen und wie schlecht wir recherchieren
  • Wir haben leider nichts verstanden
  • Wir führen mal einen großen Vorsitzenden vor
  • Wir geben einem großen Vorsitzenden eine Plattform sich selbst vorzuführen
  • Wir leisten mit unserer April-Ausgabe unseren besonderen Beitrag zum 1. April 2011
  • Wir haben zwar Karneval bzw. Fasching verschlafen, aber das holen wir jetzt nach. Tja dann: Pappnasen aller Länder vereinigt euch!


Wäre nicht eine andere Titelbildgestaltung angemessener?





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