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Die Risiken im Kfz-Handwerk

Berufskrankheiten > Die Liste der Berufskrankheiten > Benzol und lymphatische Erkrankungen

Zuletzt geändert am 12.12.2008


Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk sind im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder dem Kontakt mit Benzin ausgesetzt. Sie atmen die Benzindämpfe ein und sie haben unmittelbaren Hautkontakt mit Benzin. Sowohl die eingeamteten Benzindämpfe, insbesondere aber der Kontakt der Haut mit Benzin können aber ein gesundheitliches Risiko darstellen. Von den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerin im Kfz-Handwerk wird der Hautkontakt mit Benzin in seinen gesundheitlichen Folgen meist unterschätzt. Wesentliche Ursache für die gesundheitlichen Risiken ist das im Benzin enthaltene Benzol. In den vergangenen Jahren wurde der Anteil des Benzols im Benzin zwar erheblich gesenkt. Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk waren aber früher diesen erhöhten Benzolanteilen im Benzin ausgesetzt und deshalb erheblich gesundheitlich gefährdet.

Der ärztliche Sachverständigenbeirat des BMAS zu Berufskrankheiten hat 2007 aufgrund neuerer epidemio­logischer Daten auch lymphatische Erkrankungen wie das Non-Hodgkin-Lymphom zum Kreis der durch Benzol induzierbaren Krankheiten auf­genommen. Damit müssen die BGen ihre bisherige Praxis aufgeben, BK-Anzeigen mit lymphatischen Erkrankungen – und hier insbesondere das Non-Hodgekin-Karzinom – im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Benzol, einfach abzulehnen, eine Praxis, die bei den Metall-BGen bislang üblich war.

Dass sich neuere Erkenntnisse bei den BGen nur sehr langsam und gegen einen großen inneren Widerstand verbreiten, ist nicht ganz unbekannt. Dass sich die BGen trotz des Jahres, das seit der Veröffentlichung des ärztlichen Sachverständigenbeirats verstrichen ist, immer noch nicht an die veränderte Situation angepasst haben zeigt der Fall eines Beschäftigten des Kfz-Handwerks. Erst durch ein zusätzliches, das medizinische Gutachten ergänzendes, die Höhe der tatsächlichen Exposition beschreibendes Gutachten kam eine Anerkennung der BK durch die BG zustande.

Der Fall zeigt insbesondere aber auch, dass die Ermittlungen der BGen keineswegs den Qualitätsanforderungen entsprechen, wie üblicherweise behauptet wird und wie man eigentlich erwarten dürfte. Er zeigt aber auch, dass die Ausschüsse der Selbstverwaltung – also die Rentenausschüsse und Widerspruchsstellen – sich wesentlich intensiver mit den Unterlagen zu derartigen BK-Anzeigen auseinander zu setzen haben. Dies ist ganz sicherlich sehr zeitaufwendig, aber unumgänglich. Es kann nur gefordert werden, dass dieser Fall bei den nächsten Maßnahmen zur Information und Weiterbildung der Rentenausschussmitglieder ausführlicher besprochen wird. Er zeigt überdies, dass die BGen der Qualifizierung ihrer Beschäftigten zur verantwortungsvollen Erledigung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht immer die entsprechende Aufmerksamkeit widmen. Hieraus entsteht für die Vorstände entsprechende Aufgaben zur Überwachung der ordentlichen Geschäftsführung.

Vielen Dank an den Kollegen Dr. Wolfgang Hien für den Hinweis auf diesen Fall und die Überlassung der anonymisierten Version seines ergänzenden Gutachtens.

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