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Die BG Holz und Metall (99)

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Zuletzt geändert am 15.04.2017


Die BG Holz und Metall (99) - (K)ein Aprilscherz!


Forum-BG hat ja schon darüber berichtet, dass die Aufsichtspersonen der BGHM, also die Außendienstmitarbeiter, wie sie BG-intern genannt werden, nicht mehr von Schreib- und Verwaltungskräften unterstützt werden und ihre Texte und Berichte selbst schreiben und ihre Arbeiten und Termine selbst verwalten sollen, Dr. Platz würde hier wahrscheinlich sagen "dürfen".

Dazu haben die Außendienstmitarbeiter eine neue technische Ausstattung erhalten:
Die Dell-Notebooks wurden durch Microsoft-Surface-Books ausgetauscht. Gleichzeitig wurde eine neue Software, nämlich "Vita Mobile" eingeführt. Mit den als Tablett-PCs nutzbaren Geräten, sollen die Außendienstmitarbeiter in den Betrieben, also bei den Betriebsbegehungen und den Betriebskontrollen ihre Ermittlungen, Feststellungen und Protokolle selbst und zeitnah erstellen.

Keine leichte Aufgabe, vor die die Außendienstmitarbeiter gestellt werden, vor allem deshalb, da ja der Umfang der Betriebsbegehungen, -kontrollen und -beratungen keineswegs geringer wird.

Betriebsbegehungen sind - entgegen der Vermutung von Dr. Platz und Co - in der Regel keineswegs gemütliche Spaziergänge durch Bürolandschaften, sondern die Überprüfung, Kontrolle und Überwachung der Arbeitsplätze in Fertigungsprozessen mit Maschinen, Anlagen, Geräten, Fahr- und Transportgräten usw. usf. Für die Aufsichtspersonen bedeutet dies, dass sie nicht nur ihre Aufgaben zu erledigen haben, sondern sich überdies auch darauf konzentrieren müssen, dass sie bei dieser Arbeit nicht selbst in Gefahr geraten, einen Unfall zu erleiden.

Ein Tablett-PC mag zwar als Eingabegerät praktisch erscheinen, das ist es allerdings nur, wenn auch die Nutzungsbedingungen entsprechend sind. Mit einem Tablett-PC beispielsweise über Gerüste zu klettern oder Fertigungsanlagen zu kontrollieren ist keineswegs unproblematisch oder schon garnicht ungefährlich, sowohl für die Aufsichtspersonen als auch für die Tablett-PCs. Wie zu hören ist, sind die ersten PCs bei Betriebsbesichtigungen schon auf der Strecke geblieben. Sie haben den Belastungen des Alltags von Aufsichtspersonen nicht standgehalten.

Es dürfte in den Betrieben auch etwas irritieren, wenn die Aufsichtspersonen ihre Aufmerksamkeit nicht mehr den versicherten Beschäftigten der Betriebe widmen, sondern sich auf die Eingabe von Daten und Informationen in die Tablett-PCs konzentrieren. Dies dürfte vor allem dazu führen, dass die Beschäftigten in den Mitgliedsbetrieben, wie auch die, mit dem betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz beauftragten Personen, also etwa die Fachkräfte für Arbeitsicherheit und die SIcherheitsbeauftragte, den Aufsichtspersonen mit einem "gewissen" Misstrauen begegnen werden.

Schließlich erwartet man von einer Aufsichtsperson etwas mehr, als einen höflichen Besuch, der sich während seiner Betriebsbegehung intensiv seinem Tablett-PC widmet und für sie keine Zeit hat. Wie man sich bei dieser Konstellation dann eine "Beratung" vorzustellen hat und welche Qualität solche eine Beratung erreicht, das kann sich jeder selbst vorstellen.

Die Tablett-PCs wurden übrigens mit einer neuen Software ausgerüstet, mit "Vita.Mobile". Sie wurde von 30 Aufsichtspersonen getestet und es wurden über 100 verschiedene Mängel festgestellt. Die Aufsichtspersonen haben aber auch Empfehlungen für die Beseitigung der Mängel gegeben, sowie praktische Verbesserungsvorschläge gemacht. Vor allem wurde empfohlen, die Software erst nach Beseitigung der Mängel und der Verbesserung der Bedienerfreundlichkeit zur Nutzung frei zu geben.

Leider wurden diese Einwände der Experten weder von dem Vita-Chef, Dr. Heyder, noch vom "Projektleiter" Bachor (Stabsstelle Organisation Prävention) berücksichtigt.

Keine schöne Situation für die Aufsichtspersonen, sie sollen mit Arbeitsgeräten, die für die gestellten Aufgaben eigentlich ungeeignet sind und überdies auch noch Mängel in der Software aufweisen, ihre verantwortungsvollen Aufgaben erledigen. Und dabei führen diese Arbeitsgeräte noch dazu, dass sich der zeitliche Arbeitsdruck für die Aufsichtspersonen weiter erhöht.
Ist es verwunderlich, dass bei den Aufsichtspersonen der Frust noch zunimmt?


Übrigens:

Die Aktion "Tablett-PCs für Aufsichtspersonen" ist nicht nur eine Belastung für die Aufsichtspersonen, sie ist auch ein Kostenfaktor:
Gerätekosten ca. € 120.000
+ xxx € Vita-Entwicklungskosten
+ Kosten für Schäden, die auf Grund fehlender Beratungen / Besichtigungen entstehen
= Schuss in den Ofen!

Ein zweifelhafter, wenig intelligenter Umgang mit Mitgliedsbeiträgen!


Bei der BGHM liest sich das Ganze dann aber so:





Ist es nicht genial, dass die Aufsichtspersonen, wenn das Gerät online ist, sich informieren können, wo sie in der Mittagspause etwas zu essen bekommen oder wo sich der nächste Parkplatz befindet!

Ein gewaltiger Fortschritt bei der Präventionsleistung der BGHM!


Grandiose Leistung der BGHM!

Dazu bedarf es schon einer
genialen Crew: Dr. Platz, Dr. Heyder, Bachor.

Nur die armen IG Metaller im Vorstand haben wohl wieder nichts mitbekommen!




































































































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Aktualisiert am 02 Dez 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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