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Die BG Holz und Metall (87) Erster Nachtrag

Neues > 2016

Zuletzt geändert am 01.08.2016


Die BG Holz und Metall (87) - Erster Nachtrag


… und sie bewegt sich doch!

Dr. Platz hat tatsächlich Roland Trocha für die Stelle des Leiters der Hauptabteilung für Präventionsdienste vorgeschlagen. Wie Forum-BG aber erfahren konnte, haben sich Prof. Dr. Kressel und Sönke Bock gegen die Bestellung von Roland Trocha als Hauptabteilungsleiter für Präventionsdienste ausgesprochen und dies dem Vorstand in der Sitzung im Juli 2016 auch so mitgeteilt. Sollten da etwa Denkprozesse angefangen haben?

Da waren Dr. Platz und die seinen wohl zu voreilig, Roland Trocha am 19. Juli 2016 als neuen Leiter der Hauptabteilung Präventionsdienste in das Organigramm im Intranet der BGHM zu stellen. Allerdings war Beschäftigten aufgefallen, dass er bisher nicht - wie sonst üblich - im Intranet vorgestellt wurde, da hat die Intervention von Pof. Dr. Kressel und Bock wohl doch noch etwas verhindert.

Sicher ist auf jeden Fall, dass Dr. Platz die Prävention billiger haben möchte. Bei den Bildungsangeboten im Bereich der Prävention gibt es ja bereits die ersten massiven Einschnitte, denen der Vorstand leider ja zugestimmt hat. Jetzt geht es Dr. Platz wohl darum, die Prävention insgesamt in ihrer Bedeutung zu verringern oder abzuschaffen, oder wie ist sonst die folgende Stellenausschreibung zu verstehen?


Eine Stellenausschreibung nach Art des Hauses:





… und die Schlüsse, die man daraus ziehen kann und muss:

Zwar wird auch kurz die fachliche Führung erwähnt, aber ganz überwiegend geht es um die personelle Führung. So wird eine langjährige Führungserfahrung erwähnt und gefordert. Die fachlichen Anforderungen und Kompetenzen spielen aber kaum eine Rolle, haben keinen Stellenwert in der Stellenausschreibung. Es geht nach Dr. Platz also nicht um fachliche Kompetenz, sondern vorrangig um "Führung". Nun ist Dr. Platz Jurist, wenn auch nach einer Einschätzung des Vorstandes, mit eher weniger fundierten Kenntnissen. Gleichwohl sollte er doch das SGB VII sowie die geltende Fassung der Satzung der BGHM kennen.

Welche Bedeutung der Gesetzgeber den leitenden Aufsichtspersonen zugemessen hat lässt sich aus
§ 147a SGB VII erkennen. Dort heißt es in Abs. 3:

"Die stellvertretende Geschäftsführerin oder der stellvertretende Geschäftsführer, die Mitglieder einer Geschäftsführung sowie die leitende technische Aufsichtsperson sind jeweils mindestens eine Besoldungsgruppe niedriger einzustufen als die Geschäftsführerin oder der Geschäftsführer oder die Vorsitzende oder der Vorsitzende einer Geschäftsführung."

Hier wird der Leiter der Prävention also den Mitgliedern der Geschäftsführung in seiner Bedeutung gleichgestellt. Eigentlich nicht unlogisch, schließlich trägt der Leiter oder die Leiterin der Prävention eine hohe Verantwortung und muss unbedingt über eine hohe fachliche Kompetenz verfügen, um beurteilen zu können, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen möglich sind, welche angemessen sind und welche vor allem wirksam sein könnten, um bestehende Gefährdungen hinreichend und nachhaltig zu beseitigen und wie sich diese Maßnahmen in ein Präventionskonzept der BGHM einbetten lassen.

Hierzu sind vor allem langjährige praktische Erfahrungen in der Beurteilung betrieblicher Risiken und Beratung notwendig. Solche Anforderungen werden aber weder erwähnt, noch gestellt. Sie spielen für Dr. Platz wohl keine Rolle. Ihm genügt es anscheinend an Stelle dessen, einen eher "willfährigen Mitarbeiter" als Leiter der Prävention zu haben.
Eine derartige Stellenbesetzung nach dem Prinzip von Dr. Platz hätte allerdings auch eine Außenwirkung. Schließlich ist der Leiter der Abteilung Prävention auch Mitglied der Präventionsleiterkonferenz des DGUV e.V. Die Präventionsleiter der anderen BGen wären sicherlich verblüfft und überrascht, in Roland Trocha ein neues Mitglied zu haben. Verblüfft darüber, mit welch geringen Kenntnissen bei der BGHM Prävention geleitet wird und überrascht, dass sie dem Vertreter der BGHM erst einmal Nachhilfe in den Grundlagen der Prävention geben müssen. Der Beitrag der BGHM in diesem Gremium dürfte dann gegen Null gehen. Das mag zwar Dr. Platz gleichgültig sein, gleichwohl kann es aber der Selbstverwaltung nicht gleichgültig sein, schließlich ist sie auch hierfür verantwortlich.

Zwar gibt es auch noch einen Leiter für Präventionsdienste, Herrn Groß, der tatsächlich Aufsichtsperson ist. Unklar ist allerdings, wie sich seine Funktion und Tätigkeit von der des Leiters der Hauptabteilung Präventionsdienste unterscheidet bzw. abgrenzt. Warum wird also neben seinem Tätigkeitsbereich auch noch eine Hauptabteilung Präventionsdienste errichtet?

Will man erreichen, dass er um keinen Preis als leitende Aufsichtsperson in die Besoldungsgruppe B7 eingruppiert werden könnte, weil ein Teil seiner Aufgaben bei der Hauptabteilung mit einem Leiter Roland Trocha angesiedelt wurde?

Bei der Eingruppierung der Mitglieder der Geschäftsführung werden selbstverständlich die Höchstgruppen bewilligt, weil, so die Aussage von Wilfried Ehrlich vor der Vertreterversammlung der BGHM, die letzte Verantwortung doch bei der Geschäftsführung liege. Leider ein Irrtum, Wilfried Ehrlich kennt anscheinend nicht
§ 35 SGB IV.


Kannte der Vorstand diese Stellenausschreibung überhaupt?

Eigentlich hätte der Vorstand sie kennen müssen, nicht nur, weil es schließlich der Vorstand ist, der die Stellenbesetzung letztendlich bestimmt und vornimmt. Der Vorstand trägt hierfür überdies die alleinige Verantwortung.

Nein, der Vorstand hätte sie auch deshalb kennen müssen, weil der Leiter oder die Leiterin der Präventionsabteilung gegenüber dem Vorstand ganz bestimmte Leistungen zu erbringen hat, die für den Vorstand von großer Bedeutung sind. Wie heißt es doch in der Satzung der BGHM - die der Vorstand beschlossen hat(!) - unter
§ 39 Überwachung und Beratung der Unternehmer, Aufsichtspersonen in Absatz (6)

"Die Selbstverwaltungsorgane sollen bei der Behandlung von Fragen der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren die Leiterin bzw. den Leiter der Prävention der Berufsgenossenschaft als Sachverständigen hören."

Wie kann eigentlich Dr. Platz auf die Idee kommen, Roland Trocha, seines Zeichens Jurist, für einen "Sachverständigen" in Fragen der Prävention halten? Schon erstaunlich, da wird eine Stelle für den Leiter oder die Leiterin der Prävention ausgeschrieben, ohne darin die fachlichen Qualifikationen sowie die spezifischen Erfahrungen, die erforderlich sind, auch nur zu erwähnen. Und diese Person, also der Leiter oder die Leiterin der Prävention, spielt für den Vorstand eine durchaus wichtige Rolle, nämlich die, dass sie den Vorstand fachlich beraten soll und muss.

Entweder kannten der Vorstand und seine beiden Vorsitzenden diese Ausschreibung nicht, oder sie haben die Ausschreibung erst sehr spät verstanden. Das eine, wie das andere wäre blamabel. Schon erstaunlich, dass der Vorstand nicht einmal die von ihm beschlossene Satzung zu kennen scheint. Noch erstaunlicher, dass er angesichts seiner mangelnden Kenntnisse und Erfahrungen - die bisherige Amtszeit der Selbstverwaltung gibt hierfür ein beredtes Zeugnis - nicht zu erkennen vermag, wie dringlich er eine qualifizierte Beratung durch einen fachlich kompetenten Leiter der Abteilung Prävention nötig hat. Macht das alles die Aufsichtsperson, Herr Groß? Warum dann noch der dubiose Posten des Hauptabteilungsleiters?

Man darf gespannt sein, wie der Vorstand mit dieser neuerlichen Desavouierung durch Dr. Platz umgehen wird.
































































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Aktualisiert am 19 Jun 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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