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Die BG Holz und Metall (85)

Neues > 2016

Zuletzt geändert am 05.04.2016


Die BG Holz und Metall (85) - Wie war das nochmal?


Noch im Februar 2015 hatte die BGHM auf ihrer Internetseite folgenden, nicht unbedingt intelligenten Spruch, der wohl die Arbeitgeber beruhigen sollte und so sah dies aus:




Gestern Asbest?

Man wird Dr. Platz fragen müssen: Was ist "Gestern" in der BGHM? Offenbar ist "Gestern" auch heute. So zeigen es zumindest die Asbestprobleme in der Bildungsstätte Nümbrecht, über die zu berichten ist.

Schon erstaunlich, welch kurioses Verhältnis die Geschäftsleitung und insbesondere der, für die Prävention verantwortliche Dr. Platz, mittlerweile zur Prävention entwickelt haben. Einerseits möglichst wenig Engagement und Sparen, andererseits aber noch Wortgeklingel.

Gut mag man sagen, Dr. Platz hat davon sowieso keine Ahnung und will eigentlich nur für die Automobilindustrie Beiträge sparen.


Nur:

Was sagen eigentlich die Versichertenvertreter zu den Asbestproblemen in der Bildungsstätte Nümbrecht? Anscheinend haben sie dazu keine Meinung, sonst könnte Dr. Platz auch hierbei nicht so schalten und walten, wie er es tut. Vielleicht haben sie - Sönke Bock, Heinz Fritsche, Eva von der Weide und all die anonymen anderen - aber auch einfach nur keine Ahnung und noch viel weniger Interesse.

Zugegeben, es ist ja nicht ihre Gesundheit, mit der da so verantwortungslos gespielt wird.

Dass diese Aussage "Asbest war gestern" falsch ist, darauf haben Experten, wie etwa Prof. Dr. Woitowitz immer wieder hingewiesen!


Und dass sie falsch ist, das muss die BGHM jetzt sehr unmittelbar selbst erfahren.

So ist auf der Internetseite der BGHM zu lesen: Die Bildungsstätte Nümbrecht ist aufgrund von Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen. (vgl. http://www.bghm.de/seminarteilnehmer/seminarorte/bildungsstaetten/nuembrecht/) Wer es genauer wissen will, der erfährt unter http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=70&tx_ttnews[tt_news]=177754, dass bei den Sanierungsarbeiten eben auch Asbest gefunden wurde.

Für die Geschäftsführung der BGHM sicherlich "völlig überraschend". Für diejenigen, die wissen, wann die Bildungsstätte Nümbrecht gebaut wurde - und das wusste auch die Geschäftsführung -, sicherlich nicht. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war es nahezu üblich Asbestmaterialien zu verwenden, sie wurden feuerpolizeilich sogar vorgeschrieben. Dr. Platz sollte sich nur an den "blauen Fritz", das frühere Verwaltungsgebäude in Mainz, erinnern.

Weshalb also erst jetzt Asbest-Experten hinzugezogen wurden und weshalb nicht bereits vor Beginn der Baumaßnahmen diese Asbest-Experten hinzugezogen wurden, darüber darf spekuliert werden. Möglicherweise haben Dr. Platz und Co den Unfug auf der Internetseite der BGHM, Asbest sei gestern gewesen…, tatsächlich geglaubt. Vielleicht kommt es Dr. Platz und Co aber auch gerade sehr gelegen, dass die Bildungsstätte geschlossen werden muss. Schließlich besteht ja die Absicht, das Bildungsangebot systematisch zu verringern und auf das Internet zu verlagern. Dann kommt eine asbestbedingte Schließung einer Bildungsstätte ganz gelegen, ganz nach dem Motto: Kommt doch viel billiger, wenn die Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragten sich ihre Informationen am heimischen Bildschirm auf- und abrufen.

Wer aber haftet denn nun für etwaige Gesundheitsschäden der Seminarteilnehmer, der Dozenten, des Verwaltungs- oder des Bedienungspersonals? Wochenlang wurden bei vollem Seminarbetrieb Abbruch- und Umbauarbeiten durchgeführt, ohne dass die verantwortliche Geschäftsführung eingriff. Liegt hier ein Fall eines besonders schweren Dienstvergehens vor?

Und um die Symbolpolitik in der Prävention voll zu machen, wird dann noch der folgende Spruch unter die Pressemitteilungen gesetzt:

"Zur Information:
Im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben - Prävention, Rehabilitation und Entschädigung - ist die BGHM zentralen Werten verpflichtet: der Sicherheit und Gesundheit ihrer Versicherten sowie der Existenzsicherung ihrer Mitgliedsunternehmen durch Haftungsablösung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. In diesem Sinne übernimmt die BGHM als ein Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bundesweit den Versicherungsschutz von über 4,5 Mio. Beschäftigten in den mehr als 213.000 Betrieben der Branchen Holz und Metall."

(vgl. etwa http://www.oberberg-nachrichten.de/am-arbeitsplatz-gesund-bleiben-20150220.html. Der gleiche Satz findet sich übrigens auch unter der Pressemitteilung zur Schließung der BGHM-Bildungsstätte Nümbrecht vom 14. März 2016)

Man kann diesem Geschwurbel nur den schlichten Text des § 1 des SGB VII gegenübersetzen, wo es heißt:

§ 1 Prävention, Rehabilitation, Entschädigung

Aufgabe der Unfallversicherung ist es, nach Maßgabe der Vorschriften dieses Buches
1. mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten,
2. nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen zu entschädigen.


Von einem Auftrag zur "Existenzsicherung ihrer Mitgliedsunternehmen" steht dort nichts, das ist wohl die "Kreativität" eines Dr. Platz und die tiefe Verbeugung von Dr. Platz und Co vor der Arbeitgeberseite. Gleichzeitig signalisiert es die Bereitschaft von Dr. Platz und Co, unter der Prämisse der "Existenzsicherung der Mitgliedsunternehmen" auf die Existenzsicherung verunfallter und gesundheitsgeschädigter Versicherter zu verzichten und das SGB VII gemäß dem "Mainzer Landrecht" neu zu interpretieren.


Das war es das dann auch schon mit einer zielgerichteten, nachhaltigen Prävention.

Die Versichertenvertreter in der Selbstverwaltung kümmern sich um derartig veröffentlichten Unfug und um diese Kampfansage an die Versicherten wohl überhaupt nicht mehr. Sie haben sich wohl zur alleinigen Aufgabe gesetzt, Dr. Platz bei seiner straf- und sozialrechtlichen Verfolgung früherer Mitglieder der Selbstverwaltung sowie früherer Beschäftigter der MMBG sowie der HüWaBG kompromisslos zu unterstützen. Eine kuriose Haltung, die hier von den Versichertenvertretern in der Selbstverwaltung eingenommen wird, vor allem, da ja alle Selbstverwalter auf der Versichertenseite Mitglieder der IG Metall sind.

Oder werden sie dieses Mal im Grundsatzausschuss Disziplinarverfahren gegen die für den unkontrollierten Umbau der Bildungsstätte und die entstandenen Gesundheitsgefahren durch Asbest Verantwortlichen einleiten?


Doch ...

Können Sönke Bock, Heinz Fritsche, Eva von der Weide, Rainer Bartsch usw. überhaupt (noch) lesen? Oder interessieren sie solche Aussagen und Haltungen nicht? Haben sie ihr Interesse für die Arbeit der Unfallversicherungen verloren? Werden etwa die Sitzungsgelder neuerdings in Form von Alkoholika zwangsverabreicht? Oder sollten sie gar, wie Friedrich Torberg es einmal in einer Erzählung über eine Gerichtsverhandlung geschildert hat, im laufenden Prozess, "unter der Hand verblöden"? Forum-BG kann und möchte sich hier nicht festlegen, stellt aber fest, dass die Entwicklung bei der BGHM schon sehr zu denken gibt.


... Gesellschaftskritik ist nur noch eine Sache im Kopf

Es gibt vor allem auch deshalb zu denken, da es unter der schützenden Hand von Hans-Jürgen Urban, "dem gesellschaftskritischen Denker" im geschäftsführenden Vorstand der IG Metall, stattfindet. Wie sich dies mit seinen tiefschürfenden Überlegungen (vgl. http://www.bpb.de/apuz/32842/niedergang-oder-comeback-der-gewerkschaften-essay?p=all, http://www.soziologie.uni-jena.de/soziologie_multimedia/Downloads/LSDoerre/UrbanGewerkKongress.pdf, oder gar http://livestream.com/dmake/herbstforum2015 ) vereinbaren lässt, das sollt er demnächst einmal, natürlich wenn es denn machbar ist, wiederum tiefschürfend erklären. Forum-BG bietet sich zur Veröffentlichung an.
Andernfalls könnte sonst der Eindruck entstehen, er sei … ein Schwätzer!





































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Aktualisiert am 18 Jul 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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