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Die BG Holz und Metall (61)

Neues > 2014

Zuletzt geändert am 09.05.2014


Die BG Holz und Metall (61) - Wir bauen uns ein Haus

Der folgende kurze Artikel konnte vor kurzem im "Cash.Special Sachwertanlagen 2014" auf der Seite 37 nachgelesen werden:



Auch auf der Homepage von Hamburg Trust wird diese Aktivität der BGHM bestätigt (vgl. http://hamburgtrust.de/#!portfolio-item/forum-mainz).

Die BGHM will also ein neues und - so ist aus den Angaben zu folgern - vor allem größeres Gebäude ab Anfang 2015 anmieten, ob dies aber wegen der möglicherweise immer noch nicht vollständig entsorgten Asbestbelastung des "blauen Fritz" - wie das Gebäude der Hauptverwaltung der ehemaligen BG Metall-Süd gelegentlich genannt wurde - geschieht, darf bezweifelt werden. Das neue Gebäude befindet sich in der Bauphase und soll Ende 2014 bezogen werden. Bauträger und Finanzier ist aber nicht die BGHM. Vielmehr wird es über einen Immobilienfond finanziert, den geschlossenen Spezial-Alternative Investmentfonds "FORum Mainz" und von diesem Immobilienfonds wird das Gebäude von der BGHM gemietet. Diese Mitteilung ist sicherlich nicht "der" Hingucker.
Allerdings zeichnet sich diese Maßnahme innerhalb der Unfallversicherungsträger durch Konstruktion der Finanzierung des Baus sowie durch die Anmietung durch die BGHM und insbesondere durch die Länge der jetzt schon eingegangenen Mietdauer aus.
Wie zu vernehmen, war sich der Vorstand nicht so ganz sicher, ob er mit der Geschäftsführung diesen Weg gehen sollte. Es soll in der Vergangenheit im Vorstand die eine oder andere Diskussion gegeben haben. Natürlich könnten diese Diskussionen auch ganz andere Hintergründe und Intentionen gehabt haben. Wer kann das schon bei diesem Vorstand wirklich wissen?

Eines ist schon vorab als gesichert anzusehen: Im Gegensatz zu vielen anderen Immobilienfonds dürfte dieser in den nächsten Jahren für seine Anleger nicht zu Kopfschmerzen führen.

Was macht dieses Verfahren der BGHM so besonders?

1. Es wurde die Genehmigung durch das Bundesversicherungsamt (BVA) umgangen

Die BGHM hat wohl bewusst einen Weg gewählt, der eine Genehmigung durch das BVA umgeht. Würde die BGHM selbst als Bauherr auftreten, so müsste sie die Baumaßnahme vom BVA genehmigen lassen.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, gab es bei der BGHM keinerlei Veranlassung, nicht sehr eng - um nicht zu sagen: geradezu verbandelt - mit dem BVA zusammenzuarbeiten. Es ist auch kaum zu vermuten, dass das BVA der BGHM Steine in den Weg gelegt hätte, wenn es mit dem Wunsch nach einer Genehmigung eines Verwaltungsneubaus konfrontiert worden wäre.

Einzige Kontrollinstanz bei dem jetzt gewählten Verfahren ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin): Nur der Initiator geschlossener Fonds muss vor Vertriebsstart eine Prospektgenehmigung der BaFin einholen, die jedoch lediglich attestiert, dass die Prospektierung formgemäß erfolgt ist. Eine betriebswirtschaftliche Prüfung erfolgt durch die BaFin nicht.

Der Vorstand bestätigt den Mietvertrag und die Vertreterversammlung das Jahresbudget und damit ist der Weg frei.

2. Die Aktion lässt eine Zentralisierung der Verwaltung der BGHM in Mainz vermuten

Interesse an diesem Projekt erweckt zunächst die Beschreibung, dass das Projekt eine Fläche von 17.400 m² umfassen soll. Eine Fläche, die sicherlich sehr viel größer ist, als sie für die gegenwärtig in Mainz Beschäftigten benötigt wird. Sollte dahinter etwa die Überlegung stehen, bislang über die Bundesrepublik verteilte Verwaltungseinheiten in Mainz zu zentralisieren? Um welche Größenordnungen könnte es überhaupt gehen?

Eine kleine Rechenhilfe könnte folgendes Beispielsprojekt geben, das sicherlich gut als Vergleich herangezogen werden kann:

In der SZ vom 27.02.2014 war unter der Überschrift "
2800 Finanzbeamte auf einem Fleck" zu lesen, dass der Bayerische Finanzminister Söder in München den Neubau eines zentralen Finanzamtes in München plant, in dem 2.800 Beschäftigte Platz finden sollen. Es ist hierfür eine Raumfläche von 68.000 m² vorgesehen. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass der Bedarf an m² pro beschäftigte Person in diesem Finanzamt ähnlich dem der BGHM liegen dürfte. Zum einen handelt es sich bei beiden Institutionen um solche des öffentlichen Dienstes, es ist also von gleichen Vorgaben auszugehen. Zum zweiten dürften beide Einrichtungen eine vergleichbare Bedarfsstruktur hinsichtlich der Archiv- und Publikumsflächen haben. Rechnet man also über einen schlichten Dreisatz die Beschäftigtenzahl aus, die die BGHM auf der geplanten Fläche unterbringen kann, so kommt man auf rund 716 Beschäftigte, die auf den 17.400 m² in Mainz Platz finden sollten. Dass die Zahl der Beschäftigten durchaus in einer derartigen Höhe liegen könnte, dafür spricht auch die Zahl der PKW-Stellplätze die geplant ist und die bei 500 liegt (vgl. http://hamburgtrust.de/#!portfolio-item/forum-mainz).

Bedenkt man weiterhin, dass die BGHM laut letztem vorliegenden Bericht des DGUV e.V. "Geschäfts- und Rechnungsergebnisse der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand 2012" (vgl. http://dguv.de/medien/inhalt/zahlen/documents/gur_2012.pdf; S. 68) insgesamt 2.238 Beschäftigte in der Verwaltung hatte, dann kann darauf geschlossen werden, dass mit der Fertigstellung und dem Umzug in das neue Gebäude einigen Beschäftigten aus den Bezirksverwaltungen der Umzug nach Mainz drohen könnte.

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