Forum BG, Diskussionsplattform für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Die BG Holz und Metall (57) Teil 2 Seite 2

Neues > 2014

Zuletzt geändert am 30.01.2014


Die BG Holz und Metall (57) - Heiße Luft oder das Spektakel um Compliance (Teil 2)

Seite 2


Compliance als personalpolitische Maßnahme, darauf muss man erst einmal kommen! Mit dem Finger drohen: Habt ihr alle die Pralinen gemeldet und wer nichts gemeldet hat ist schon von Haus aus verdächtig!

Da möchte man schon wissen, ob Trocha Pralinen bekommen hat und von wem? War es etwa Dr. Platz, der ihm Pralinen überreicht hat? Das war dann aber nicht meldepflichtig, da das Geschenk ja hausintern gelaufen ist. Oder hat etwa der Vorstand Trocha mit Pralinen beschenkt? Dann wäre es schon problematischer! Schließlich ist der Vorstand ja - gemäß seinem eigenen Verständnis - nicht so in und mit der BGHM verwurzelt bzw. verbunden. Überdies sind die Vorstandsmitglieder immer auch Repräsentanten des Betriebes bzw. Unternehmens in dem sie arbeiten - oder aber auch wieder nicht - und sind damit Außenstehende. Andererseits könnten die Pralinen aber auch eine Lohnersatzleistung sein.

Man darf gespannt sein, wie der Bericht des Compliance-Beauftragten für Ostern ausfällt. Ob sich die Osterzeit nun mehr in Pralinen oder mehr in Osterhasen niederschlägt.

Vielleicht könnte der Vorstand für die Vertreterversammlung eine Statistik darüber beifügen, welche Abteilung die größte Osterhasendichte zu verzeichnen hat. Das müsste Wilfried Ehrlich doch sicher für den nächsten Vorstandsbericht interessieren, es gehört schließlich in seinem eigenen Verständnis zum Zuständigkeitsbereich des Vorstandes! Vielleicht tut ihm Sönke Bock den Gefallen, sich ähnlich qualifiziert zu äußern. Er ist ja nun an der Reihe und muss als amtierender Vorsitzender den ergänzenden Bericht halten. Man darf gespannt sein und darf sicher ähnliche tiefgründige Erkenntnisse erwarten.

Vielleicht erreicht uns aber auch schon früher ein Bericht, nämlich über die Gefährdung der Beschäftigten in der Pappnasenzeit. Hier könnten Abteilungen in Mainz besonders punkten, wenn sie alle Pappnasen melden, die im Haus herumlaufen. Schließlich muss vermutet werden, dass die Pappnasen Geschenke darstellen.

Ob Trocha dann dazu übergeht, die verschiedenen Pappnasen wertmäßig zu bewerten? Dürfte nicht ganz einfach werden für ihn. Wie will man neue von alten Pappnasen unterscheiden? Wie will man überhaupt den Wert von Pappnasen bemessen? Schließlich ist ja das Material, aus dem sie gemacht sind, schon schwierig in seinem Wert einzuschätzen und noch schwieriger dürfte es in den Fällen werden, wenn sich das Material der Nasen gar von denen des jeweiligen Kopfes nicht wesentlich unterscheiden sollte . Wo sollen dann wertmäßige Grenzen gezogen werden?

Allerdings hat sich gezeigt, dass Pappnasen weniger im Bereich der Verwaltung als vielmehr im Bereich der Geschäftsführung Geschenke zu sein scheinen. Mithin folglich die Mehrzahl der Beschäftigten der BGHM nicht gefährdet ist.

Man darf gespannt sein!

Der Vorstand kann sich jedenfalls gratulieren, seine organisatorischen Anstrengungen haben sich - wie der Bericht des Beauftragten belegt - in der BG schon niedergeschlagen. Apropos niedergeschlagen: Niedergeschlagenheit, das ist ein Zustand, der viele Beschäftigte befallen hat. Wer arbeitet schon gerne unter Bedingungen, die vorrangig durch Misstrauen gekennzeichnet sind. Wer findet einen Betrieb, ein Unternehmen oder eine Unfallversicherung für attraktiv, in der die Arbeitsinhalte hinter die Kontrolle der Geschäftsführung zurücktreten und das sich einen Kontrollbeauftragten leistet, der solche Rundschreiben verfasst. Allerdings soll es auch Beschäftigte geben, die das Ganze als eine Ablenkung von den Unzulänglichkeiten der oberen Etagen und vom Versagen des Vorstandes begreifen. Da könnte etwas dran sein!

Übrigens, nur zur Information für diejenigen, die wie der Vorstand, die geltenden rechtlichen Regelungen nicht kennen, sich aber im Gegensatz zum Vorstand doch dafür interessieren:

  • Im Bundesbeamtengesetz gibt es einen § 71 mit dem Titel "Verbot der Annahme von Belohnungen, Geschenken uns sonstigen Vorteilen". Das Gleiche gilt für § 331 StGB.
  • Herausgegeben vom Bundesversicherungsamt gibt es "Gemeinsame Leitlinien der Aufsichtsbehörden für die Prüfung der Repräsentations- und Bewirtungsleistungen - Repräsentations- und Bewirtungsleitlinien". Denen könnte beispielsweise der Vorstand - und natürlich auch Trocha - entnehmen, wie teuer Bewirtungen oder auch Blumensträuße sein dürfen.
  • Und es heißt in diesen Richtlinien auch noch unter 5. Eigene Richtlinien: "Zur Konkretisierung und Steuerung ihres Repräsentations- und Bewirtungsaufwandes sollten sich die Versicherungsträger eigene Richtlinien im Rahmen dieser Leitlinien geben."
  • Der Vorstand sollte sich aber damit nicht begnügen. Schließlich gibt es noch die Empfehlungen zur Korruptionsprävention. Sie sind vom Bundesministerium des Inneren herausgegeben worden. Wiederum mit detaillierten Hinweisen für die Information und Schulung von Beschäftigten zur Vermeidung von Korruption.
  • Damit nicht genug: Es gibt auch ein Rundschreiben zum Verbot der Annahme von Belohnungen oder Geschenken in der Bundesverwaltung (vgl. GMBl. 2004, S. 1074ff). Und es gibt eine Richtlinie der Bundesregierung zur Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung.


Sollte damit nicht eigentlich Alles gesagt sein? Warum erstellt man eigentlich mit Hilfe von hochbezahlten Fachanwälten für Strafrecht eigene Complianceregeln auf (vgl. Vorstandsschreiben der BGHM vom 18.4.2012)?

Man sieht, wenn der Vorstand sich tatsächlich seinen Aufgaben widmen würde, so könnte er auf hinreichende Vorgaben und rechtliche Regelungen zurückgreifen und sie für die BGHM umsetzen. Die Vorgaben des Vorstandes könnten klar und zweifelsfrei sein. Das Schreiben von Trocha, dem Compliance-Beauftragten, würde dann als das dastehen, was es ist: Substanzloses Geschwurbel zur Einschüchterung der Beschäftigten, die ihre Zeit auch noch damit verbrinden müssen, Trocha aufzusuchen, um ihm die Größe und den Inhalt von Pralinenschachteln zu erläutern. Werden diese unnötigen Reisen und Reisekosten nun eventuell noch Gegenstand eines Disziplinarverfahrens für das wiederum Trocha verantwortlich ist?

Trocha dürfte nach der Auffassung des BMI übrigens nicht gleichzeitig Compliance-Beauftragter und Innenrevisor sein. Aber seit wann kümmert sich Mainz schon hierum?

Mal sehen, was Trocha mit dem Osterhasen macht, den ihm Forum-BG spendieren wird! Dessen Wert natürlich deutlich unter € 25,00 liegen wird! Da wollen wir doch seine Abteilung in der Liste aufgeführt sehen und welche Geschenke sie entgegengenommen hat. Wir freuen uns schon darauf, aus diesem Rundschreiben zitieren zu können. Obwohl natürlich ein Weihnachtsmann als Geschenk symbolisch prägnanter und damit angebrachter wäre! Vielleicht findet sich ja irgendwo noch ein verstaubtes Exemplar.

Aber zunächst viel Spaß mit den Pappnasen!


Zum Nachlesen Zweiter Teil Seite 1






Homepage | Was wollen wir | Neues | Berufskrankheiten | Informationen | Dokumente | Stichworte | Literatur | Impressum | Kontakt | Site Map


Aktualisiert am 19 Jun 2017 | forum-bg@forum-bg.de

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü