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Die BG Holz und Metall (52) Seite 2

Neues > 2013

Zuletzt geändert am 13.11.2013


Die BG Holz und Metall (52) - ... und ihre Innenrevision (Teil 2)

Seite 2


... und dann die Auflistung der vorgeworfenen Verfehlungen

Im Bericht der Innenrevision werden den einzelnen Personen oder "Beteiligten", wie sie im Revisionsbericht so hübsch genannt werden, ihre jeweiligen "Verfehlungen", wie sie die Innenrevision zu erkennen glaubt, zugeschrieben. Und hierbei wird es wiederum interessant. Gestützt auf Aussagen einzelner Beschäftigter wird nun versucht nachzuweisen, dass die Menge der eingesetzten Materialien zu hoch und zu teuer gewesen sein soll.

In ihrer Leidenschaft, den "Beteiligten" etwas nachzuweisen, Bösartige würde wohl sagen: ihnen etwas anzuhängen, wird die völlige Ahnungslosigkeit der Innenrevision offensichtlich. Bei allen Fragen zur Präventionsarbeit herrscht eine völlige Kenntnislosigkeit.


Einige Beispiele:

1. Aktion für die Jugend zu Sicherheit und Unfallschutz

Seit Jahren wird - angeregt früher vom HVBG, heute vom DGUV e.V. - eine Aktion für die Jugend zu Sicherheit und Unfallschutz durchgeführt. Diese jährliche Aktion wird von allen im Bereich der Prävention Tätigen als richtig, wichtig und unverzichtbar eingeschätzt. Die MMBG und die HüWaBG unterstützten diese Gemeinschaftsaufgabe, in dem sie den jungen Berufsanfängern jährlich das erforderliche Informationsmaterial für eine wirksame Prävention in den Betrieben gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zukommen liesen. Diese Initiative ging von der Selbstverwaltung aus.

Was aber sagt die Innenrevision dazu:

"Die MMBG führte mit dem ... jährlich die sogenannte Jugendaktion durch. Dabei handelt es sich um die jährliche Versorgung der Betriebe mit einem Set an Broschüren. In diesem Set waren u.a. alle Broschüren der Autoren ... enthalten."

Mit diesem Satz suggerieren Trocha und Co. die Autoren der Broschüren müssten ein besonderes Interesse an der Jugendaktion gehabt haben. Dass es sich dabei um eine Aktion aller BGen, einschließlich des Dachverbandes und der Landesverbände handelte wissen Trocha und Co anscheinend nicht. Hauptsache es passt in das Klagekonzept der Geschäftsführung.

2. Was wurde früher, was wird heute getan?

Im Weiteren wird dann zu dieser Jugendaktion eine Sachbearbeiterin der Präventionsabteilung über die Form der Befragung, die mit der Jugendaktion verbunden war zitiert. Und es wird festgestellt, dass nach der Fusion die Anzahl der Bestellungen für die Jugendaktion zurückgegangen sei, obwohl die Rahmenbedingungen stabil geblieben seien.

Damit wird suggeriert, vorher habe hier ein Betrug stattgefunden. Trocha und Co dürfte der Wandel in der betrieblichen Betreuung, wie er mit der Fusion eingetreten ist entgangen sein. Sie dürften auch die Beschwerden aus den Betrieben nicht kennen. Dies ist ja auch nicht ihr Thema. Ihnen ist es auch völlig gleichgültig, dass die Entscheidungen über die Art und Weise sowie über den Umfang der Präventionsmaßnahmen ausschließlich in die Zuständigkeit der Selbstverwaltung fallen.

Es wird auch verschwiegen, dass aus Einspargründen die Betriebe nach dem Bedarf der Jugendaktion überhaupt nicht mehr befragt wurden.

Und wenn die Selbstverwaltung der BGHM heute die Prävention "verbilligen" will, dann ist das ein Verstoß gegen den Präventionsauftrag nach SGB VII und keineswegs ein Akt der gebotenen Sparsamkeit. Prävention ist ein eigenständiger Wert.

3. CD-ROMS bei Sonderveranstaltungen?

Wie dreist sich Trocha und Co in Präventionsfragen und Entscheidungen der Selbstverwaltung einmischen, wird u.a. auch an einem anderen Beispiel deutlich. Es gab bei der MMBG und HüWaBG die bereits oben erwähnten Sonderveranstaltungen zu einzelnen Präventionsthemen. Die Innenrevision stellt nun fest, dass Einladungen zu den Arbeitsschutztagungen
"mit Auflagen zwischen 800 und 1.700 Stück zzgl. Einer Anzahl von 4 - 5 CD-ROMS (einmal sogar 7 Disketten) abgerechnet wurde."

Und sie stellt dann allen Ernst fest:

"Wofür diese CD-ROMS bzw. Disketten erforderlich waren, ist nicht nachvollziehbar."

Dass Trocha und Co das nicht verstehen, konnte man erwarten. Dass dieser Mangel an einfachen Kenntnissen aber zum Kriterium für "Beurteilungen" dieses erlauchten, aber nicht erleuchteten Gremiums mit Namen Innenrevision wird, das verstehen nur die Geschäftsleitung und der Vorstand. Es scheint sich bei der Geschäftsführung und der Verwaltung der BGHM mittlerweile ein Verständnis dergestalt eingebürgert zu haben, dass alles, was Dr. Platz und Co nicht passt und was über das Verständnisniveau von Trocha und Co hinausgeht von vorne herein schon krimineller Natur sein muss.

4. Wie Entsorgung von Broschüren durch die Innenrevision zum "kriminellen Akt" wird

Wie tendenziös die "Ermittlungen" der Innenrevision durchgeführt wurden kann an dem Vorwurf der "Entsorgung von Broschüren" belegt werden. Unter
5. Entsorgung von Broschüren heißt es:

"Nach Aussage verschiedener Mitarbeiter der BGHM wurden Broschüren in erheblichem Umfang entsorgt. Die Entsorgung betraf sowohl bei der BGHM gelagerte Bestände sowie die angeblich beim ... gelagerten Bestände.
Zu den Zeugenaussagen im Einzelnen:
Frau ..., im fraglichen Zeitraum im Bereich der Prävention als Verwaltungsangestellte tätig, teilte Folgendes mit:
"Veraltete Broschüren wurden durch einen Dienstleister entsorgt. Veraltete Broschüren konnten Containern zugeführt werden, die alle 14 Tage abgeholt wurden.
(...)
Ich hatte die Wahrnehmung, dass bestimmte Broschüren in größerer Stückzahl entsorgt werden mussten. Die Menge der entsorgten Broschüren kann ich nicht abschätzen."
..."


Der geneigte Leser wird sich fragen, was sagt uns das? Wohl eher nichts! Nicht so die Innenrevision, sie führt weitere, ähnlich vage Aussagen an und kommt dann zu dem Schluss:

"Nach alldem war die Durchführung von Entsorgungen systematischer Bestandteil der Schaffung von Bedarf für die neuerliche Beschaffung von Broschüren, mit der die beteiligten Autoren und Verlagen weiteren Gewinn machten."

Die Innenrevision als Quelle der intelligenten Ermittlung? Wohl kaum! Es kommt ihr nicht einmal in den Sinn zu fragen, von wem und warum Broschüren entsorgt wurden und ob sie inhaltlich überholt waren.

Aber es kommt noch absurder!

5. Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen

Für Interessierte an der Arbeit der BGen ist es eine Binsenweisheit, dass die verschiedenen BGen in der Prävention nicht selten unterschiedliche Wege gehen und auf diese Weise die Möglichkeit haben Erfahrungen zu sammeln und voneinander zu lernen - wenn die Selbstverwaltung dies will. Diese Erfahrung bzw. Erkenntnis scheint an Trocha und Co vorbeigegangen zu sein, wie wohl vieles andere auch, weshalb sie (S. 29 des Berichts der Innenrevision) folgenden Absatz formuliert haben:

"Soweit bei Broschüren, die durch die ARGE Metall bzw. den VMBG beschafft wurden, eine Bedarfsabfrage bei den verschiedenen Berufsgenossenschaften zur Bestimmung der Auflagenmenge gemacht wurde, fällt auf, dass der von der MMBG und HWBG angegebene Bedarf regelmäßig sehr weit über dem Bedarf der anderen Berufsgenossenschaften liegt. Eine sachliche Begründung für diese Abweichung ist nicht erkennbar: Die Mitgliederzahlen der MMBG und HWBG weiche von denen anderen Genossenschaft nicht in vergleichbarem Umfang ab. Im Gegenteil hatte die BGM Nord-Süd sogar doppelt so viele Versicherte wie die MMBG."

Vorab: Die Passage steht tatsächlich so im Bericht. Der Bericht strotzt auch an anderen Stellen von Sprach- und Schreibfehlern! Vielleicht ist das ja der tiefere Sinn der Schaffung einer Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Geschäftsführung, damit die Berichte der Innenrevision zumindest lesbar werden.

Außerdem hat die ARGE Metall bzw. die VMBG nach Kenntnis von Forum-BG niemals Broschüren beschafft, sondern nur die einzelnen Metall-BGen.

Abgesehen hiervon stellt sich aber schon ernstlich die Frage, über welche Kenntnisse und welche Qualifikation verfügt eigentlich die Abt. Innenrevision? Dass es zwischen den Metall-BGen gravierende Unterschiede bei der Prävention gegeben hat steht außer Zweifel. Es sei hier daran erinnert, dass sich die frühere BG Metall Süd schon Ende der 1980er Jahre mehr mit der Kostensenkung im Bereich der Prävention als mit der Qualitätsverbesserung bei der betrieblichen Prävention befasst hat. Beispielhaft hierfür ist, dass es die BG Metall-Süd war, die das Projekt des "Unternehmermodells" aus der Taufe gehoben und erprobt hat. Bei den anderen Metall-BGen gab es hiergegen durchaus Widerstand und dies nicht nur bei den Versichertenvertretern. Nur der Vollständigkeit halber sei hier auch erwähnt, dass dieses Projekt innerhalb der IG Metall zu erheblichen Diskussionen geführt hat und aber schließlich auf Druck des Arbeitsministeriums bei allen BGen eingeführt wurde.

Bei der MMBG wie auch bei der HüWaBG hat die Selbstverwaltung - Versicherte wie Arbeitgeber - einen großen Wert auf eine funktionierende Prävention gelegt. Es wurden deshalb auch regelmäßig regionale Fachveranstaltungen zum Thema Prävention durchgeführt, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gut besucht waren. Derartiges gab es bei der BGM Nord-Süd nicht. Vielleicht ist Trocha und Co auch nicht aufgefallen, dass die MMBG sowie die HüWaBG verhältnismäßig mehr Bildungsstätten und vor allem mehr Bildungskapazitäten angeboten haben als die "größere" BGM Nord-Süd.

Um einer innenrevisionsspezifischen Interpretation gleich vorzugreifen: Die größere Bildungskapazität hatte ihre Ursache ganz sicherlich nicht darin, dass die Versicherten und die Betriebe der MMBG sowie der HüWaBG langsamer gelernt hätten oder Geld zum Fenster hinausgeschmissen worden wäre. Es hatte vielmehr damit zu tun, dass es diesen beiden BGen gelungen war die Betriebe stärker für Prävention zu interessieren und dazu braucht es nebenbei bemerkt auch entsprechendes Informationsmaterial. Und um der Innenrevision die Illusion zu rauben, hierbei könnte es sich auch um ein "kriminelles" Vorgehen gehandelt haben: die Betriebe haben die Schulungskapazitäten nachgefragt! Aber wahrscheinlich interpretiert dies die Innenrevision auf ihre besondere Weise auch wieder als kriminelles Verhalten.

Diese Beispielsliste könnte noch verlängert werden.

Über die Konsequenzen dieser Aktivitäten wird in Teil 3 berichtet werden.

Zum Nachlesen Seite 1

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