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Die BG Holz und Metall (47)

Neues > 2013

Zuletzt geändert am 22.09.2013


Die BG Holz und Metall (47) - Die Vertreterversammlung, eine Farce … Zum Zweiten, die Geschäftsführung!


Wie bereits in BG Holz und Metall (46) erwähnt, wird in den Sitzungen der VV neben dem Bericht des Vorstandes auch ein Bericht der Geschäftsführung gegeben. Nun kann davon ausgegangen werden, dass die im Bericht der Geschäftsführung vorgetragenen Inhalte das sind, was die Geschäftsführung aus ihrer Tätigkeit für wichtig und für die VV von Bedeutung hält.

Was hatte die Geschäftsführung der BGHM im Juli der VV zu berichten?

Wie beim Bericht des Vorstandes, wird auch der Bericht der Geschäftsführung den Mitgliedern der VV vorab mit der Tagesordnung in schriftlicher Form zugeschickt und in der Sitzung durch den Sprecher der Geschäftsführer mündlich ergänzt. Die Themen, die sich im schriftlichen Bericht finden, sind die folgenden:

  • Es wurden die Termine der kommenden Regionaltagungen bekanntgegeben.
  • Es wurde darüber informiert, dass Gewerbeanmeldungen von der bisherigen papierenen Form zunehmend auf eine elektronische Erfassung umgestellt werden sollen.
  • Der Einsatz von DE-Mail soll weiter ausgebaut werden.
  • Es wurde darüber informiert, dass die Aberkennung der Tariffähigkeit der Christlichen Gewerkschaft Zeitpersonal (CGZP) dazu führte, dass auch für Beschäftigte der BGHM neben Gehaltsnachzahlungen auch Nachzahlungen in die Sozialversicherung notwendig wurden.
  • Es wurde weiterhin darüber informiert, dass vom DGUV e.V. eine Rahmenvereinbarung mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft über die Behandlung von Versicherten der UV-Träger abgeschlossen worden ist, da die bisherige Praxis nicht mehr rechtskonform war.
  • Der Versicherungsschutz von Organspendern wurde ausgeweitet und nun besteht eine Klärung der Umsetzung.


Soweit die Themen, die die Geschäftsführung für den Zeitraum Dezember 2012 bis Juli 2013, also seit der letzten Sitzung für bedeutsam hält. Oder sollte man besser sagen, dass es sich bei diesen Themen um jene handelt, die Dr. Platz und Co. als so unproblematisch halten, dass sie der VV vorgelegt werden können, ohne unliebsame Diskussionen zu provozieren.

Erinnert man sich nur ein wenig, so sind im Berichtszeitraum - wieder einmal - massive juristische Aktivtäten der Geschäftsführung, natürlich abgesegnet durch den Vorstand, gegen frühere Mitglieder der Selbstverwaltung und Beschäftigte bei der MMBG und HüWaBG, gestartet worden. Von den seit 2011 laufenden strafrechtlichen Aktivitäten ganz abgesehen. Wäre es nicht an der Zeit, hierüber die VV umfassend - natürlich bei Wahrung der Anonymität der Namen der Betroffenen im Disziplinar- und Ermittlungsverfahren - zu informieren? Schließlich muss die VV ja die finanziellen Mittel für diese Aktivitäten bewilligen, auch wenn sie im Konvolut des Haushaltsansatzes vielleicht gut versteckt sind. Das gilt vor allem für die bisher in ihrer Höhe immer noch unbekannten Anwaltskosten, insbesondere für den früheren Ermittlungsführer Nolte und die ehemalige Staatsanwältin, die nun schon gut 2,5 Jahre als Fachanwältin für die BGHM sicherlich sehr gut bezahlt wird. Sie wird im Geschäft bleiben wollen und immer wieder neuen Stoff für Anfangsverdachte, gleichgültig gegen wen, für Ermittlungsverfahren finden. Ein Sachverhalt, der die VV interessieren muss.

Es dürfte die VV sicherlich auch interessieren, dass die Strafverfahren aus dem Jahr 2011 so vor sich hindümpeln. Mittlerweile ist - so hört man - in Düsseldorf der fünfte (!) Staatsanwalt mit den Strafverfahren befasst. Die Strafverfahren scheinen sich zu einem Stafettenlauf bei der Staatsanwaltschaft zu entwickeln. Ob der neu beauftragte Staatsanwalt mit dem wohl inzwischen umfangreichen Aktenberg erfolgreicher im Sinne der Geschäftsführung der BGHM und ihrer Rechtsvertretung vorankommt bleibt abzuwarten. Könnte der fehlende Fortschritt bei der Abarbeitung der Anzeigen vielleicht daran liegen, dass die Anzeigen weniger aus strafrechtlichen als vielmehr aus anderen Interessen ausgelöst wurden?

Die VV erfährt von Dr. Platz auch nicht, ob denn Wilfried Ehrlich und Eva von der Weide endlich, wie es sogar das BVA angeregt hat, ihre zu viel erhaltenden Aufwandsentschädigungen gemäß § 76 SGB IV in die BG-Kasse eingezahlt haben.

… und was ist Inhalt des mündlichen Berichts der Geschäftsleitung?

Gut, wird der geneigte Leser sagen, es gab ja auch noch den ergänzenden mündlichen Bericht der Geschäftsführung und vielleicht wurde die VV hier über andere, wichtige bzw. wichtigere Themen informiert.
Sehen wir uns den mündlichen Bericht von Dr. Platz an, er beginnt wie folgt:

"Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren,
"Klappern gehört zum Handwerk". Dies dürfte zumindest einigen von Ihnen nicht neu sein.
Es ist jedoch mehr als eine bloße Binsenweisheit. Im Mittelalter machten die wandernden Handwerker mit einer Klapper aus Holz auf sich aufmerksam und boten ihre Dienste an.
Übertragen in die heutige Zeit könnte man sage, man sollte seine Vorzüge öffentlich präsentieren oder "Tue Gutes, und rede darüber".
Die BGHM tut Gutes. Aber wir haben in der Vergangenheit zu wenig darüber gesprochen; zu wenig unsere Vorzüge vermittelt.
Das hat sich geändert!
Wie bereits Herr Ehrlich soeben berichtet hat, hatte der Vorstand in seiner Sitzung im vergangenen Jahr in Eppstein die Weiterentwicklung der Aufbauorganisation der BGHM beschlossen. Innerhalb eines von der Verwaltung vorgelegten Anpassungskonzeptes war vorgesehen, eine Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit unmittelbar bei der Geschäftsführung anzubinden. Für die Leitung der Stabsstelle sollte eine Expertin oder ein Experte gewonnen werden.
…"


Tja und dann teilt der "klappernde" Dr. Platz mit, dass seit dem 1. April 2013 eine Expertin als Leiterin der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit tätig sei. Sie sei eine Expertin, die vorher für zwölf Jahre im Marketing/PR einer Immobilienbank in Mainz gearbeitet habe. Bei der BGHM habe sie in der Zwischenzeit "ein Organigramm entwickelt, das die Einheiten, die in der BGHM mit öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen betraut sind, in der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit bündelt."

Was die Dame die BGHM kostet wird sicherlich vorsorglich nicht mitgeteilt. Geht das etwa in die Höhe der Vergütung des IT-Abteilungsleiters?

Dr. Platz "klappert" dann ungeniert weiter:

"Dieses Organigramm ist aktuell umgesetzt worden. Die Neuaufstellung der Stabsstelle ist seit dem gestrigen Tage, dem 1. Juli 2013, abgeschlossen und die neue Struktur offiziell intern kommuniziert. Damit ist der erste, grundlegende Schritt getan, denn nur mit zentralen und vernetzten Kommunikationsstrukturen kann die BGHM ihrem sozialen Auftrag und ihrer politischen Bedeutung entsprechend wirkungsvoll nach außen auftreten.
Die Stabsstelle umfasst aktuell etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter anderem aus den jeweiligen Fachabteilungen, im Wesentlichen aus den Hauptabteilungen der Prävention kommen.

Die nächsten, jetzt folgenden Schritte werden die Regelungen der kommunikativen Arbeitsabläufe, Entscheidungswege und Schnittstellen zu den Fachabteilungen sein.
Ziel unserer Öffentlichkeitsarbeit ist es, künftig unsere Leistungsfähigkeit und unsere Erfolge einheitlich und aufeinander abgestimmt nach außen zu kommunizieren.
Mit der Bündelung der Kommunikation schärfen wir das Profil der BGHM und stellen das gesamte Spektrum unserer Leistungen zielgruppengerecht dar."


Der Karnevalist schlägt zu?

Und daran fügte Dr. Platz einen Satz an, der ihn als das ausweist, was ihn wohl privat auch auszeichnet: Er ist ein echter Mainzer Karnevalist. Wie zu erfahren war, gehört er zu den leidenschaftlichen Anhängern des Mainzer Sitzungskarnevals und das ist ja eigentlich nichts Schlechtes, wenn man den Karneval zu seiner Zeit und dort feiert, wo er hingehört. Nur als Karnevalsjeck und als solcher, so muss man vermuten, kommt man auf die Idee, den mündlichen Vorstandsbericht in der folgenden Weise zu beschließen:

"Sofern Sie also zukünftig eine bisher von der BGHM nicht bekannte Öffentlichkeitsarbeit wahrnehmen, seien Sie darauf gefasst - Wir haben angefangen zu klappern!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."


Um nun im Bild zu bleiben: So klappern Dr. Platz und die BGHM vor sich hin!

Die klappernde Öffentlichkeitsarbeit

Neben den, im schriftlichen Bericht erwähnten Themen berichtet Dr. Platz also ausschließlich über die neu strukturierte Öffentlichkeitsarbeit und das Klappern. Natürlich ist es richtig und wichtig, eine Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und hierfür das Personal zu haben. Aber hier begeben sich Dr. Platz und die seinen aus der Verwaltung auf einen gefährlichen Pfad. Sie befinden sich in einen Widerspruch: Was Dr. Platz als Notwendigkeit in seinem mündlichen Bericht herausstellt, das wird von anderen "Herren" aus der Verwaltung der BGHM als überflüssig, ja kriminelles Agieren dargestellt und denunziert. So ist es zumindest in einem Bericht der Innenrevision der BGHM nachzulesen, in dem sie sich mit der Tätigkeit der Selbstverwaltung und der Verwaltung der früheren MMBG sowie der HüWaBG befassten. Auf den Bericht der Innenrevision - der Forum-BG von einer unbekannten Person zugegangen ist - soll aber in einem gesonderten Beitrag demnächst eingegangen werden.

Erinnert man sich an den Geschäfts- und Rechnungsbericht des DGUV e.V. für das Jahr 2012, wie er Anfang 2013 vorgelegt worden ist, dann wird die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit einige Mühe haben, ein fröhliches oder gar Erfolg verkündendes Klappern - wie es Dr. Platz wohl vorschwebt - zustande zu bringen. Bemerkenswert ist, dass über die Schlusslichtfunktion der BGHM unter den gewerblichen BGen im Bereich der Prävention weder vom Vorstand noch von der Geschäftsführung berichtet wurde.

Sollte die VV in den Vorbesprechungen hierüber informiert worden sein? Wohl eher nicht, sonst hätte es in der Sitzung der VV, in der Dr. Platz diesen mündlichen Bericht abgegeben hat, beim einen oder anderen Mitglied der VV sicher einen vernehmlichen Lachanfall oder, im unglücklichen Fall, einen Tobsuchtsanfall gegeben. Darüber wurde aber nicht berichtet.

Man muss also annehmen, das Thema Prävention in den Betrieben spielt einfach keine Rolle mehr. Diese Annahme ist aus einem anderen Grund sicherlich nicht so falsch: Die Strafanzeigen und Klagen gegen frühere Mitglieder der SV der MMBG und HüWaBG sowie gegen frühere Beschäftigte dieser BGen, konzentrieren sich ja genau auf den Sachverhalt, es wäre zu viel Geld für Prävention ausgegeben worden, wobei die Anzeigen und Klagen natürlich juristisch formuliert wurden.

Dr. Platz auf dem Holzweg?

Das Bild vom klappernden Handwerk dürfte möglicherweise dem einen oder anderen Mitgliedsbetrieb etwas querkommen. Ist es nicht so, dass die BGHM eine Vielzahl von Handwerksbetrieben zu ihren Mitgliedern zählt? Handwerksbetriebe, die ihr Geld keineswegs durch "Klappern" verdienen, wie dies anscheinend Dr. Platz vorschwebt. Sie erwarten von der BGHM ganz sicher kein Geklapper, sondern qualifizierte, aktuelle und umfassende Hilfestellung beim betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Aber für die Gruppe der Handwerksbetriebe hatte Dr. Platz seit seinem Amtsantritt nie besonderes Verständnis. Da interessiert ihn die Automobilindustrie schon sehr viel mehr und deshalb hat wohl Eva von der Weide als Mitglied des BR von Daimler großes Verständnis für ihn.

Für die Betriebe, die gegenwärtig unter der sich ständig verschlechternden Betreuung durch die BGHM leiden, die den Mangel an schriftlichem Informationsmaterial beklagen und die die unzureichenden Schulungskapazitäten der BGHM reklamieren, soll also nun eine Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, die sie glauben machen soll, es wäre alles gut. Sie können sich jetzt darauf einstellen, dass ihnen dies "zielgruppengerecht" mitgeteilt wird, um in der Wortwahl von Dr. Platz zu bleiben. Man darf auf die Reaktionen aus den Betrieben gespannt sein.

Öffentlichkeitsarbeit statt Prävention?

Die am 1. April 2013 - ! - eingestellte Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit hat aus ihrer früheren Tätigkeit bei einer Immobilienbank sicher sehr viel Erfahrung, wie man seinen "Kunden" schlechte Nachrichten als Erfolg präsentiert und trotzdem als kompetent und erfolgreich dasteht. Insofern könnte die Personalentscheidung, soweit es die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit anbelangt, im Sinne der Geschäftsführung sicherlich als logisch und richtig erscheinen. Ob die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit allerdings über die inhaltlichen Kompetenzen verfügt, die dann notwendig werden, wenn es tatsächlich um Prävention geht, wenn inhaltlich ausgerichtete Materialien für die Öffentlichkeit erstellt und verbreitet werden sollen, das darf bezweifelt werden. Bei dieser Geschäftsführung findet sie sich aber in guter Gesellschaft. Schließlich wird von ihr auch nur über das Organisieren des "Klapperns" und nicht über die Veränderungen in den rechtlichen Regelungen bei der Prävention sowie über die Mängel in der bg-lichen Umsetzung der Prävention berichtet.

Ein weiteres Thema, über das in der VV wohl nicht gesprochen wurde, zumindest findet es sich weder im Bericht des Vorstandes noch im Bericht der Geschäftsführung, nämlich die Anzeige des Vorstandes gegen sich selbst. Der Vorstand hat ja gegen sich eine Strafanzeige gestellt, da er bei sich eine undichte Stelle vermutet. Auch Forum-BG wurde bezüglich der undichten Stelle von der Polizei befragt. Allerdings waren die Quellen, über die Informationen an Forum-BG gelangten, bislang anonymer Art, mit Ausnahme der Mails von Wilfried Ehrlich. Der in seinem letzten Mail schon detaillierte Angaben über die kommenden Schritte, z.B. der Innenrevision machte. Kurz: Die Anzeige des Vorstandes gegen sich selbst ist sicherlich ein Sachverhalt, der die VV interessieren dürfte, sich aber in keinem der Berichte wiederfindet.

Vielleicht sollen solche Informationsaufgaben auch künftig von der Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit übernommen werden. Eine sinnvolle Aufgabe, da die Erfolge im Bereich der Prävention angesichts des Verständnisses, das im Vorstandsbericht von Wilfried Ehrlich über das Thema Prävention zum Ausdruck kam und auch angesichts der Zurückhaltung, mit der der Vorstand und die Geschäftsführung der BGHM die betrieblichen Präventionsaufgaben unterstützen, sich auch künftig in sehr engen Grenzen halten dürften.

Ganz ausgeschlossen werden kann aber auch nicht, dass die Geschäftsführung überhaupt nicht daran gedacht hat, die Selbstverwaltung umfassend zu informieren weil sie die Selbstverwaltung schon seit langem für objektiv überflüssig hält. Möglichweise hält die Geschäftsführung die Selbstverwaltung nicht nur für objektiv für überflüssig, sondern auch noch für subjektiv minderbemittelt. Eine Selbstverwaltung, die sich in der mittlerweile bekannten Weise von der Geschäftsführung vorführen lässt, sollte sich hierüber nicht wundern.

... und der Beitrag der Präventionsabteilung

Um nun nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu werden, Forum-BG habe verschwiegen, dass die VV auch einen Tagesordnungspunkt 6 Prävention enthalten habe, soll hier noch auf den TOP 6 der Tagesordnung eingegangen werden. Dieser sah Folgendes vor:

"6. Prävention
6.1 Jahresbericht Prävention 2012
6.2 Unfallverhütungsvorschriften - Empfehlungen zur Außer-Kraft-Setzung UVV BGV A8 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz"
6.3 Unfallverhütungsvorschriften - Empfehlungen zur Außer-Kraft-Setzung UVV BGV D36 "Leitern und Tritte"
6.4 DGUV Vorschrift 1
6.5 KMU-Projekt"


Holla, denkt nun der geneigte Leser, da findet sich ja der Jahresbericht Prävention 2012. Hierunter wird es ans Eingemachte gegangen sein. Leider wird er aber schnell ernüchtert, wenn er die Ergebnisniederschrift zu Punkt 6.1 liest. Sie sieht folgendermaßen aus:





Sollte hier bereits die Öffentlichkeitsarbeit zugeschlagen haben, wenn in den Erläuterungen von Dr. Damberg etwa zu lesen ist, die Rahmenbedingungen für Prävention hätten sich in vielerlei Hinsicht geändert und es kämen eine Vielzahl von Präventionsprodukte heute zur Anwendung. Wer die Entwicklung der Präventionstätigkeit der gewerblichen BGen in den vergangenen Jahrzehnten auch nur mit etwas Aufmerksamkeit verfolgt hat, dem ist bekannt, dass sich die Rahmenbedingungen für Prävention in den Betrieben mehr oder minder laufend ändern. Dem ist auch bekannt, dass die BGen versuchen, mit geeigneten Mitteln und Ansätzen die Präventionsansätze den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, um erfolgreiche Prävention zu betreiben.

Was will Dr. Damberg also sagen bzw. was will er
nicht sagen?

Anscheinend will er nicht sagen, dass die BGHM im Präventionsbereich massiv schlechtere Zahlen schreibt und mit den Präventionserfolgen der anderen BGen nicht mithalten kann.

Da nützt es auch nichts, das Bild eines Wandels der Arbeitswelt und des demografischen Wandels zu bemühen und darüber zu parlieren, es gäbe jetzt ein anderes Rollenverständnis und Berufsbild der Akteure. Das gibt es in der Tat, aber die zahlenmäßig erfassbare Verschlechterung der Präventionsleistungen der BGHM hat weder etwas mit der sich ändernden Arbeitswelt, noch mit dem demografischen Wandel zu tun. Vielmehr hat es damit zu tun, dass die BGHM - und um die geht es - ihre rechtlich fixierten Aufgaben im Bereich der Prävention nicht wahrnimmt.

Die Mängel bei der Prävention dürften auch damit etwas zu tun haben, dass die Geschäftsführung der BGHM eine Art "Rachefeldzug" gegen frühere Mitglieder der Selbstverwaltung sowie frühere Beschäftigte der MMBG und HüWaBG führt und sich dabei auf das Argument stützt, die Präventionsmaßnahmen der früheren BGen seien zu teuer gewesen. Wobei sie drolligerweise übersieht, dass die verschiedenen früheren Metall-BGen die gleichen Präventionsmittel eingesetzt haben. Es hat damit zu tun, dass die Geschäftsführung die Selbstverwaltung als lästiges Übel und störend empfindet und das ihr mögliche tut, Vorstand und VV aus dem Geschäft zu halten. Und es liegt daran, dass Vorstand und VV sich dies auch noch gefallen lassen und die präsentierten Gemeinplätze unwidersprochen hinnehmen.

Zur Erinnerung: Da war noch was!

Der IG-Metallkollege Bernd Schildknecht und andere frühere Mitglieder der Versichertenseite im Vorstand der MMBG, aber auch Kollegen aus den Selbstverwaltungsgremien der HüWaBG haben Forum-BG nochmals an ihre frühere Arbeitsweise erinnert, die von der IG Metallvorstandsverwaltung stets gut geheißen wurde. Sie haben darum gebeten Vorstand, VV und Geschäftsführung einfach nochmals daran zu erinnern, was im Kommentar von Lauterbach u.a. zum SGB VII (
Herbert Lauterbach, Friedrich Watermann, Joachim Breuer (Hrsg.): Unfallversicherung SGB VII: Kommentar zum Siebten Buche des Sozialgesetzbuchs und zu weiteren die Unfallversicherung betreffenden Gesetzen. Verlag W. Kohlhammer) unter "2. Grundsätze der Prävention" in der Randnotiz 16 steht:

"Die Vorschrift stellt klar, dass die UV-Träger ohne jede Einschränkung berechtigt und verpflichtet sind, alle nur denkbaren geeigneten Mittel für die Prävention einzusetzen, also alle technischen, organisatorischen und personellen Möglichkeiten auszuschöpfen (...). Zu den geeigneten Mitteln zählen seit jeher (...) alle Mittel der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit wie Broschüren, Plakate, Filme, Fernsehsendungen, DVD (...) und nicht zuletzt Belohnungen an Versicherte für vorbildliches Verhalten und gute Präventionsarbeit."

Übrigens wieder ein kleiner Scherz: Dr. Platz ist ebenfalls Autor in dieser losen Blattsammlung, allerdings stammt die zitierte Passage nicht aus seiner Feder. Sollte er immer noch nicht die Zeit gefunden haben, den Kommentar in seinen wichtigsten Passagen zu lesen? Oder hat er bei Dr. Breuer schon dafür gesorgt, dass die Passagen in der Neuauflage verschwinden?

Und die Kollegen haben auch daran erinnert, dass ein weiterer Kommentar, nämlich der von Bereiter-Hahn/Mehrtens (Werner Bereiter-Hahn, Gerhard Mehrtens: Gesetzliche Unfallversicherung. Handkommentar. Erich Schmidt Verlag) sich zur Wirtschaftlichkeit geäußert hat. Dort wird ausgeführt:

"Verwaltungseinrichtung und auch die UV-Träger sind nicht dazu geschaffen, um Kosten zu sparen, sondern um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhindern (...). Da es dabei um die menschliche Gesundheit geht, darf und muss ein erheblicher Aufwand getroffen werden, um die Ziele zu erreichen. Menschen sind wichtiger als Geld. Wirtschaftlichkeit heißt daher in der UV, in erster Linie einen hohen Nutzen zu erzielen. Nutzen ist das Primäre, die Kosten sind das Sekundäre. Es gilt für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit gerade hier das Maximumprinzip."

Vielleicht sollten diese Kommentierungen auch einmal der ehemaligen Staatsanwältin, die jetzt für die BGHM als Anwältin arbeitet sowie dem neuen Ermittlungsführer Trocha zur Kenntnis gegeben werden, bevor noch mehr Porzellan auf dem Gebiet der Prävention zerschlagen wird. Die Dame von der Öffentlichkeitsarbeit könnte sonst die Scherben nur als Abfallprodukt des Mainzer Karnevals öffentlichkeitswirksam verkaufen, was ihr sicherlich nicht ganz leicht fallen dürfte.

Wer glaubt, das Alles wäre schon der Gipfel, der sei gewarnt: Es geht noch toller, nicht nur im Mainzer Karneval!

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Aktualisiert am 02 Dez 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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