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Die BG Holz und Metall (36)

Neues > 2013

Zuletzt geändert am 15.04.2013


Die BG Holz und Metall (36) - Die IG Metall beginnt sich am Mainzer Landrecht zu orientieren oder aber, IG Metall - was nun?


Worum geht es?

Am besten in Kurzform:

1. Da kommt die Geschäftsführung der BGHM auf die Idee, Mitgliedern der Selbstverwaltung der früheren MMBG sowie der HüWaBG vorzuwerfen, sie hätten mit ihren Entscheidungen als Selbstverwalter diesen BGen und damit auch der Nachfolge-BG, der BGHM Schaden zugefügt.

2. Da sind die Gremien, die diese "Idee" mit einem Beschluss bestätigen müssen, damit ein Klageverfahren eingeleitet werden kann, paritätisch mit Versichertenvertretern besetzt. Diese Versichertenvertreter wiederum sind über die Liste der IG Metall in die Gremien und auch in den "ehrlichen" Grundsatzausschuss gelangt.

3. Dieser Grundsatzausschuss beschließt, gegen die früheren Selbstverwaltungsmitglieder Klage zu führen und zwar bei den Sozialgerichten. Es wird eine Anwaltskanzlei beauftragt, die sich im Unfallversicherungsrecht nicht auskennt. Die beklagten Kollegen werden ultimativ aufgefordert eine Erklärung abzugeben, ohne dass ihnen der zugrundliegende Sachverhalt bekannt gegeben wird.

4. Die früheren Versichertenvertreter, auch sie Mitglieder der IG Metall, sind von diesem Schritt gegen sie überrascht. Nicht zuletzt deshalb, da sie immer wieder auf Eigenmächtigkeiten der Geschäftsführung der BGHM hingewiesen und auf die - aus ihrer Sicht - dringende Erfordernis einer Abstimmung der Aktivitäten im gewerkschaftlichen Kreis, also innerhalb der IG Metall hingewiesen haben.

5. Die IG Metall gewährt nun den beklagten Versichertenvertretern Rechtsschutz. Ein qualifiziertes Rechtsanwaltsbüro wird eingeschaltet und formuliert eine Klageerwiderung. In dieser Klageerwiderung wird auf eine Vielzahl von Unstimmigkeiten und Unsinn in der Klageschrift hingewiesen, die auch den Versichertenvertretern im "ehrlichen Grundsatzausschuss, nämlich Bock von der Weide, hätten bekannt sein müssen, wenn sie sich mit den Vorwürfen auseinandergesetzt hätten und wenn sie gefordert hätten, der Entwurf der Klageschrift müsse dem Ausschuss vor ihrer Einreichung erst vorgelegt werden. Das haben sie aber wohl nicht getan und gefordert. Verschwiegenheit als Prinzip der Arbeit hat auch bei den Versicherten höchste Priorität.

6. Der Vorschlag der beklagten früheren Versichertenvertreter sich inhaltlich mit dem Geschehen auseinanderzusetzen wird vom zuständigen und verantwortlichen Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der IG Metall abgelehnt und es wird von ihm überdies noch geschrieben, er sei über den gesamten Vorgang vollständig informiert.


Soweit die wichtigsten Punkte in aller Kürze.
Die Klageerwiderung liegt vor und es soll nun auf sie eingegangen werden.

Zu welchem Schluss kommt die Rechtsvertretung der beklagten Versichertenvertreter?

Mit Datum vom 12.3.2013 hat inzwischen die Rechtsvertretung (RV) der beklagten Versichertenvertreter den Sozialgerichten eine Entgegnung geschickt. Die Erwiderung der RV ist logischerweise recht umfangreich. Deshalb soll hier und jetzt nur auf einige zentrale Punkte eingegangen werden. Auf Punkte, aus denen die Qualität der Klage und die Stoßrichtung erkennbar wird und anhand derer sich die Fundiertheit der Klagen erkennen lässt:

1. Die RV weist zunächst darauf hin, dass die von der BGHM eingereichte Feststellungsklage unzulässig ist.
Es geht dabei darum, dass die BGHM behauptet, die Schadensersatzansprüche gegenüber den Beklagten nicht genau ermitteln zu können. Weshalb die BGHM den von ihr behaupteten Schaden in seiner Höhe nicht erfassen kann, bleibt offen. Deshalb schreibt die RV:

"Die Klägerin (die BGHM, d.A.) vermag insbesondere nicht darzulegen, welches Handicap sie daran hindere, ihre vermeintlichen Schadensersatzansprüche mittels einer Klage auf Zahlung zu konkretisieren."

Es wird sehr ausführlich darauf verwiesen, dass die BGHM und eigentlich nur sie über alle Unterlagen verfügen müsste, aus denen sich der behauptete Schaden erschließen und beziffern ließe. Die BGHM ermittelt intern seit 1 ½ Jahren und ist wohl zu keinerlei vorlegbarem Ergebnis gekommen. Hieraus kommt die RV zu dem Schluss:

"Die Klägerin (die BGHM, d.A.) hofft ausschließlich, dass ihr Staatsanwaltschaft und Gericht zur Hand gehen, um ihrer fern von den tatsächlichen Gegebenheiten ausschließlich ad personam argumentierenden Klage die sachliche Grundlage nachzuliefern. Sie will m.a.W. Staatsanwaltschaft und Gericht für sich instrumentalisieren und gegen den Beklagten in Stellung bringen. Dieses Bedürfnis liefert aber keine tragfähige Begründung, um eine Feststellungsklage zu rechtfertigen."

Ja, die RV verweist auf den Umstand, dass die BGHM Informationen zurückhält. So wurde das Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 28.11.2012 nicht den Klageunterlagen gegen die Versichertenvertreter beigefügt. Wohl deshalb, weil in diesem Schreiben, so die RV,
"sämtliche Verdachtsgründe im Zusammenhang mit den Broschüren der Maschinenbau- und Metallberufsgenossenschaft (MMBG) in Frage gestellt werden."

Forum-BG hat auf dieses Schreiben der Staatsanwaltschaft schon mehrfach hingewiesen, das sich auf die Anzeigen gegen früher bei der MMBG beschäftigte Personen bezieht und in dem die Staatsanwaltschaft massive Zweifel an den, der Anzeige zugrunde liegenden Vorwürfen formuliert. Die RV schließt daraus:

"Diese Zusammenfassung des Standes der Ermittlungen unerwähnt zu lassen, war gewiss unbedacht - aber wohl kein Versehen."

Wie bereits Forum-BG, unterstellt auch die RV, dass die BGHM absichtlich Fakten zurückhält. Ist Bock von der Weide und Urban das beim Lesen nicht aufgefallen?

2. In der Klage der BGHM fehlt aber nicht nur die Höhe des behaupteten Schadens, sie überzieht eine ganze Reihe von Personen mit Verdächtigungen darüber, persönliche Beziehungen zueinander gehabt zu haben, ohne die bei Verwaltungen übliche Form der Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten beispielweise in Form eines Organigramms darzulegen.
Die RV merkt hierzu an:

"Es bleibt völlig unklar, worauf es der Klägerin (die BGHM, d.A.) doch ankommen müsste: in welcher Weise der eine oder andere Mitvorstand in illegitimer Verbindung mit dem Beklagten gestanden und sich in Bezug auf ihn mit der Herausgabe und Beschaffung von Broschüren befasst hätte. Hierzu bedürfte es eines Organigramms und der Ableitung von Funktionen, welche gleichzeitig Verantwortlichkeiten begründeten. Nichts davon enthält die Klage, die sich in dem Gestrüpp unterstellter persönlicher Beziehungen verliert und diese als Ursprung des nicht zu benennenden, geschweige denn zu beziffernden Schadens annimmt."

Auch hier wiederum werden in der Klage Behauptungen aufgestellt ohne hierfür auch nur einen einzigen Beleg zu liefern.

3. Wie offensichtlich absurd die Klage der BGHM ist, kann aus einer Feststellung der RV ersehen werden:

"Die Klägerin (die BGHM, d.A.) vermerkt zutreffend, dass die Zuständigkeit für die Beschaffung von Broschüren "bei der Abteilung Prävention der MMBG" lag (Klageschrift, Seite 14). Auch hieraus ergibt sich folglich nichts gegen den Beklagten: er war im Ehrenamt tätig und zu keinem Zeitpunkt Funktionsträger dieser Abteilung. Er hatte grundsätzlich mit der Beschaffung und insbesondere der Ermittlung des Bedarfs von Broschüren nichts zu tun. Dies kann für das Weitere als unstrittig vorausgesetzt werden. Weshalb die Klägerin den Beklagten gleichwohl für vermeintliche Schäden in Zusammenhang mit der Beschaffung von Broschüren in Anspruch nehmen will, bleibt ihr Geheimnis."


Die RV geht auf die Tatsache, dass der Beklagte keinerlei Einfluss auf die Höhe der Auflage hatte, an anderer Stelle noch differenzierter ein. Und was sagt das Bock von der Weide und Urban?

4. Ein weiterer absurder Punkt in der Klage ist die Beanstandung der Koppelung der Autorenvergütung an die Auflagenhöhe.
Eine derartige Koppelung ist nicht nur völlig üblich, sie ist auch exemplarisch geregelt. Die RV verweist in diesem Zusammenhang auf den Normvertrag, wie er zwischen dem Börsenverein des deutschen Buchhandels und der Industriegewerkschaft IG Medien im Jahr 1999 ausgehandelt worden ist. Schon drollig, dass Gewerkschafter wie Bock von der Weide und Urban dies nicht verstehen!

5. Von der BGHM wird in der Klage behauptet, bei der Beschaffung von Broschüren habe ein "Selbstbedienungsladen" geherrscht. Dabei gab es für die Beschaffung eine beschlossene Richtlinie, die auch eingehalten wurde. Überdies wird in der Klage auch noch behauptet, es habe vorsätzlich Fehlentscheidungen gegeben. Die notwendigen Belege für diese Behauptung fehlen in der Klageschrift. Die RV merkt zu dieser Art von Unterstellungen an:

"Statt rechtlicher Prüfung ist die Technik der Bezichtigung für die Struktur ihrer Klage prägend. Ob dies die Grenzen dessen, was bei der Interessenvertretung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hinzunehmen ist, nur tangiert oder schon überschreitet, mag das Gericht entscheiden."

Da der "ehrliche" Grundsatzausschuss ja diese Klage beschlossen hat, könnte er hier in Haftung genommen werden. Dr. Platz ist - wie üblich - raus und für nichts verantwortlich!

6. In der Klage wird auch von einer "sachliche(n) und inhaltliche(n) Nutzlosigkeit" der beschafften Broschüren ausgegangen.
Als Zeugen hierfür wird der Leiter der Prävention der BGHM, Dr. Damberg u.a. aufgeführt. Die RV merkt hierzu an:

"Selbstverständlich ist eine Bewertung wie diejenige der "sachlichen und inhaltlichen Nutzlosigkeit" dem Zeugenbeweis nicht zugänglich. Dies liegt auf der Hand und muss nicht weiter vertieft werden. Das Beweisangebot verdeutlicht indes erneut, dass sich die Klägerin damit eingerichtet hat, jenseits einer sachlichen Basis den Beklagten (koste es, was es wolle) mit einer Klage zu überziehen."

Spätestens an dieser Stelle sollten bei Bock von der Weide sowie Urban die Glocken Alarm läuten bzw. geläutet haben - wenn sie diesen blühenden Blödsinn in der Klageschrift wirklich gelesen haben, wie sie ja behaupten. Da stützen sie eine Klage gegen durchgeführte Präventionsmaßnahmen! Sind Bock von der Weide und Urban eigentlich noch zu retten?

7. Dass die Klageschrift auch völlig unsinnige Forderungen und Ansinnen enthält, nur um eine Klage gegen bestimmte Personen zu initiieren zeigt eine andere Stelle.
Es wird ein Beweisangebot gemacht, das die RV folgendermaßen beschreibt:

"Dem Beweisangebot, wonach ein Sachverständiger (für was eigentlich?) sämtliche Broschüren, die zwischen 2003 und bis zum 31.12.2012 produziert wurden, darauf zu untersuchen hätte, ob sie andernorts hätten günstiger produziert werden können (Klageschrift, Seite 24), muss nicht gefolgt werden. Auch hier handelt es sich um einen Schuss ins Blaue, bei dem die Schlüssigkeit der Klage zum Beweisthema erhoben werden soll. Da ohnehin ein Zusammenhang zwischen dem Beklagten und dem Beweisthema nicht erkennbar ist, erübrigt sich auch hierzu jeder weitere Gedankengang."

8. Noch ein weiteres Beispiel für den Schwachsinn, der sich in der Klageschrift gegen frühere Selbstverwaltungsmitglieder findet, bietet der Vorwurf, die Verwaltung habe den Vorstand umgangen bzw. gegen seine Beschlüsse verstoßen.
Hierzu merkt die RV an:

"Mit welcher Vernunft dem Beklagten, einem Vorstand, angelastet wird, dass die Verwaltung den Vorstand umgangen der gegen dessen Beschlüsse verstoßen haben soll (Klageschrift Seite 30), ist nicht erkennbar."

Spätestens an dieser Stelle beginnt man daran zu zweifeln, dass die Selbstverwaltung, die diese Klage beschlossen hat überhaupt fähig ist ein öffentliches Ehrenamt zu bekleiden!

9. An dieser Stelle soll abschließend noch ein Zitat aus der Erwiderung der RV aufgeführt werden, das vielleicht geeignet ist, die hinter der Klage steckende Absicht ein wenig heller zu beleuchten.
Den Versichertenvertretern Bock von der Weide könnte es nicht schaden, wenn sie - zumindest diese Passage lesen würden. Urban und seiner Abteilung Sozialpolitik könnte diese Formulierung später noch um die Ohren fliegen. Hier die Passage:

"Eie Klägerin versucht, dem Beklagten eine persönliche Schuld für Fehlinvestitionen in Broschüren zuzuschreiben. Sie kommt dabei - aus naheliegenden und schon dargelegten Gründen - über platte Behauptungen nicht hinaus. Diesen wird geradezu nonchalant ein juristisches Mäntelchen umgehängt. Der Beklagte habe demnach "teils durch Tun, teils durch Unterlassen" die Klägerin geschädigt (Klageschrift, Seite 37). ...

Der Klägerin ist es nicht einmal im Ansatz gelungen, die Bildung und Aufrechterhaltung struktureller "Selbstbereicherung" in ihrem Bereich aufzuzeigen.

Sie hat mit keinem Anhaltspunkt rechtfertigen können, weshalb sie den Beklagten mit ihrer Klage überzieht. Ihre Klage trägt deshalb eine geradezu denunziatorische, diffamierende Handschrift. Die Klägerin ist mit ihren Anwürfen offenbar schon bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gescheitert.

Sie ist aus Gründen, um die sich der Beklagte nicht zu kümmern hat, jedoch außer Stande, hieraus die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen."


Soweit die, von der IG Metall bezahlte RV.

Die Punkte ließen sich noch beliebig ergänzen. Was an der bisherigen Aufzählung und Darstellung sichtbar wurde, ist folgendes:

  • es wurde von der BGHM versucht, die Beklagten mit allen Mitteln in ein Klageverfahren zu verstricken.
  • Es wurde aber auch deutlich, die BGHM hat für ihre Behauptungen keine Beweise vorgelegt.
  • Sie versucht vielmehr, das Gerichtsverfahren zum Verfahren für die Beweisfindung zu machen.



... und die Rolle der Versichertenvertreter Bock von der Weide?

Nun muss Bock von der Weide erst einmal zugestanden werden: sie sind keine Juristen. Das mag ja sein, aber sie haben Verantwortung übernommen. Wenn ihnen die Bedeutung der Klageschrift nicht ersichtlich gewesen sein sollte, so hätten sie sich juristischen Rat einholen müssen und können. Der Vorstand hat sich in der Vergangenheit bei einem einfacheren Fall ja auch schon juristischen Sachverstand eingeholt.

Sie hätten sich aber auch bei der IG Metall juristischen Rat holen können. Sie haben es wohl nicht getan, andernfalls hätten sie gegen die Einleitung dieser Klage stimmen müssen. Die Vorwürfe sind nicht nur durch nichts belegt, sie sind auch offensichtlich blödsinnig, um es mit einem nichtjuristischen Begriff zu charakterisieren.

Es kann also nur daraus geschlossen werden, dass die von Bock von der Weide vertretene Politik innerhalb des Vorstandes weniger an den Interessen der Versicherten ausgerichtet ist, sondern sich vielmehr an den Vorgaben durch und am Wohlwollen von Dr. Platz orientiert.

Erinnern wir uns: Unter der Leitung von Bock von der Weide wurde es toleriert, dass die Geschäftsführung unter Dr. Platz den Vorstand hintergangen hat. Es wurden Rechtsverstöße akzeptiert usw. usf.

Stellt sich die Frage: Wofür stehen dann die beiden eigentlich? Ihre Aufgabe in der Selbstversammlung ist doch nicht die, Dr. Platz hündisch in seinen Vorgaben zu folgen, sondern den Interessen der Versicherten Geltung zu verschaffen. Wenn sie - wie es in der Klageschrift immer wieder zum Ausdruck kommt - der Meinung sein sollten, die BGHM darf in die Betriebe keine schriftlichen Informationsmaterialien mehr geben, das Internet würde ausreichen, dann zeigt dies, dass Bock von der Weide der Sparschiene von Dr. Platz folgen und die Prävention wegen der dabei entstehenden Kosten reduzieren. Man kann nur feststellen, dass sie wohl den betrieblichen Bedarf an schriftlichen Materialien völlig aus dem Blick verloren haben. Nur zur Erinnerung und als ein Beispiel, gerade bei Baustellen und bei Arbeiten außerhalb des üblichen Arbeitsbereichs stehen Informationen zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz meist nicht mehr übers Internet zur Verfügung. Der Zugang zum Internet ist nicht gesichert. Gleiches gilt übrigens auch häufig für Handwerks- und Kleinbetriebe, aber das sind ja auch nicht die Betriebe, die Bock von der Weide kennen. Ihre Perspektive sind die Großbetriebe, wen interessiert dann schon, dass Handwerks- und Kleinbetriebe nicht nur die Mehrzahl der versicherten Betriebe sind, sondern auch in ihnen die Mehrzahl der Versicherten beschäftigt ist?

Es ist heute schon absehbar, dass nicht nur dieses Klageverfahren scheitern wird. Hinzu kommen Vorstandsbeschlüsse, die rechtlich auf sehr wackeligen Beinen stehen, was wollen Bock von der Weide und die anderen Versichertenvertreter eigentlich noch alles verbocken? Wäre ein geschlossener Rücktritt nicht längst überfällig. Ist es nicht peinlich zum Vollzugsgehilfen von Dr. Platz mutiert zu sein?


... und Urban und seine Abteilung Sozialpolitik?

Eines ist jedenfalls sicher: Wenn auch nur eine der drei verantwortlichen Personen Urban, Pickshaus oder Fritsche die Klageerwiderung des RA gelesen und - ein wenig Restverstand bei den genannten Personen vorausgesetzt - auch nur ansatzweise verstanden hätte, dann müssten sie bei Bock von der Weide interveniert haben. Sie müssten Bock von der Weide die Frage gestellt haben, wie sie dazu kamen, solchen Klagen überhaupt zugestimmt zu haben.

Aber es hat wohl niemand, weder Bock von der Weide noch Urban, Pickshaus oder Fritsche sich im Vorfeld über Sinn und Unsinn dieser Klage schlau gemacht. Wahrscheinlich hat diese Klage gegen einige Versichertenvertreter einfach gerade zu gut ins Feindbild dieser Personen gepasst.

Wäre es nicht spätestens jetzt an der Zeit für Urban, Pickshaus, Fritsche und Co. endlich einmal sich die Erwiderung der Klageschrift durchzulesen. Schließlich wird sie ja von der IG Metall bezahlt. Sie könnten daraus einiges lernen, ohne dass man sie überfordern möchte. Allerdings stünde dann die besondere Vertrautheit von Pickshaus mit Dr. Platz in Gefahr.

Erinnern wir uns:
In seinem Schreiben an Bernd Schildknecht vom 28.1.2013 schreibt Dr. Urban unter dem Betreff "Vorgänge bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall" folgendes:

"Ich kann dir versichern, dass ich fortlaufend über die Vorgänge bei der BGHM informiert werde, möchte mich allerdings an dieser Stelle zu Einzelheiten der diversen Vorgänge nicht äußern. Eine angemessene Würdigung würde eine umfassendere Darstellung der Dinge erfordern, die in diesem Antwortschreiben an Dich fehl am Platze wäre."

Was meint Urban mit "eine angemessene Würdigung würde eine umfassendere Darstellung der Dinge erfordern"? Was möchte er denn an dieser Klage noch "würdigen"? Wieso sollte eine politische Einschätzung von Verhältnissen "fehl am Platze" sein? Was soll man von einem Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes halten, das die juristische und noch viel bedeutender, die politische Qualität dieser Klagen nicht erkennt? Einem Vorstandsmitglied, das aber geistige Blähungen über "eine angemessene Würdigung" und über "eine umfassendere Darstellung der Dinge ... fehl am Platze..." von sich gibt.

Wieder steht man vor der Frage: ist es politische Naivität oder wollte man Kritiker zum Schweigen bringen? Ersteres wäre fatal, Letzteres ließe den Verdacht keimen, hier habe man es mit vordemokratischen Denkstrukturen zu tun. Stellt sich die Frage, warum Urban die verschiedenen Anregungen zu einem Gespräch nicht angenommen hat?

Ob nun Urban tatsächlich umfassend informiert wurde, oder ob er nur des Glaubens ist, umfassend informiert worden zu sein, steht dahin. Fakt ist, dass es für ihn höchst angeraten wäre, sich die Klageerwiderung durchzulesen. Sollte er danach immer noch der Meinung sein, er kenne die Vorgänge bei der BGHM ausreichend, so bleibt nur, ihm eine gute Besserung für seine Gesundheit zu wünschen. Andernfalls wäre es eine gute Gelegenheit das längst überfällige Gespräch mit den, von der Klage betroffenen Kollegen sowie mit Bock von der Weide zu führen.

Urban nimmt für sich ja immer in Anspruch ein politischer Gewerkschafter zu sein. Hier wäre eine gute Gelegenheit zu belegen, dass dies ernst gemeint ist und "politisch" im Sinne von Dialog und gemeinsamer Zielfindung verstanden wird, aber nicht als hierarchisches Prinzip von Anweisung und Ausführung.

Wenn die Klagen vor den Sozialgerichten in der Broschürenangelegenheit abgewiesen werden sollten und auch die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen in dieser Sache, die sich nicht einmal gegen die verklagten Kollegen richten, einstellen sollte - und beides erwartet Forum-BG -, dann könnte es zu spät sein, die Seite zu wechseln ohne sein Gesicht zu verlieren.

Dass die Geschäftsführung der BGHM dem Vorstand immer nur die Informationen zukommen lässt, die ihr angeraten erscheinen, ist hinlänglich bekannt. Dass der Vorstand und der "ehrliche" Grundsatzausschuss dies auch noch freundlich grinsend akzeptieren, ist zwar peinlich, aber nicht zu übersehen. Dass dies von Urban und seiner Abteilung Sozialpolitik nicht bemerkt wird, ist erschreckend. Erschreckend, vor allem deshalb, weil es einen deutlichen Hinweis auch darauf gibt, welche Bedeutung Urban und seine Abteilung Sozialpolitik der Selbstverwaltung bei den Unfallversicherungen zumessen. Wenn ein Arbeitgebervertreter wie Wilfried Ehrlich der Meinung ist, er habe bei der BG nur Aufsichtsratsfunktion, so ist dies eine zu kritisierende Position, aber eben die Position von Wilfried Ehrlich - so what.

Wenn sich die Listenvertreter der IG Metall auf eine derartige Position zurückziehen, dann bedeutet das die Aufgabe einer politischen Position und einer politischen Funktion. Dann haben darunter die Versicherten in den Betrieben zu leiden und dann ist dies ein weiterer Schritt zum Ende der Selbstverwaltung bei der gesetzlichen Unfallversicherung und völlig unverantwortlich, aber wohl unausbleiblich.


... und noch zwei Fragen an dieser Stelle:

Liest man nochmals den Text der RV, wie er oben unter Punkt 9 zitiert wurde, so drängen sich zwei Fragen auf:

1. Es wäre wirklich hochinteressant zu erfahren, weshalb Bock von der Weide dieser Klage ihre Zustimmung gegeben haben? Ob sie überhaupt irgendetwas zu diesem Vorgang gelesen haben? Dr. Platz händigt Schreiben ja - wie zu erfahren war - dem Vorstand nur selektiert aus und die Unterlagen einzufordern traut sich aus dem traurigen Vorstandshäuflein wohl niemand. Oder heben Bock von der Weide einfach ihre Hand, wenn Dr. Platz sie dazu auffordert?

2. Ebenso interessant wäre es zu wissen, weshalb sich Urban und Co. den beklagten Kollegen die politische Unterstützung versagen? Wenn Urban und Co diese Erwiderungen lesen, dann müssten ihnen eigentlich die Ohren klingeln und die Haare - oder das was sie auf dem Kopf tragen - zu Berge stehen! Oder sollte es irgendeine alte Kumpanei mit Dr. Platz u.a. geben, etwa aus der Zeit der Fusionsverhandlungen?


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Aktualisiert am 19 Jun 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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