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Die BG Holz und Metall (138) - ... und ihre Personalpolitik!

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Zuletzt geändert am 08.11.2020




Die BG Holz und Metall (138) - … und ihre Personalpolitik!

Es ist nicht wirklich eine Neuigkeit: Die Geschäftsführung der BGHM liebt es, so zu tun, als liege es ihr am Herzen, sich um ihre Beschäftigten besonders zu kümmern und zu sorgen. Eine Haltung, die man noch aus der Zeit von Dr. Platz kennt und die nun auch von dem HGF Christian Heck weiter präsentiert wird.

Wie war doch anlässlich seiner Ernennung zum Hauptgeschäftsführer in einer Pressemitteilung am 21.11.2019 zu lesen:

"… wir (werden) dabei die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets im Blick haben, um die Möglichkeiten des digitalen Wandels intensiv zu nutzen und die Leistungen der BGHM zukunftsgerecht auszubauen."
(vgl. https://www.bghm.de/bghm/presseservice/pressemeldungen/pressearchiv/detailseite/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=983&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=72e3544ab7641b295cf20fdfa3ae57fe)

Allein schon die Wortwahl zeigt, dass Christian Heck Mitarbeiter - also Menschen - wie Produkte, z.B. Maschinen, nicht fördern, sondern "weiterentwickeln" will. Nun ist ja bekannt, dass die Praxis auf einige Helferlein zu setzen und alle anderen nur als mehr oder minder nützliches Fußvolk zu betrachten und ebenso zu behandeln, nicht unbedingt eine erfolgreiche, zielgerichtete, harmonische, verständliche und vor allem auch einverständliche Führung des Personals nach sich zieht. Da nützt dann auch die Verbreitung von Phrasen nichts, auch nicht bei einer gesetzlichen Unfallversicherung, wie der BGHM.


Ganz im Gegenteil:

Gerade angesichts des Umstandes, dass gesetzliche Unfallversicherungen natürlich einerseits großen Wert auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbetrieben legen müssen, dabei aber gerade nicht darauf vertrauen können, dass auch alle Mitgliedsbetriebe gewillt und einsichtig sind, die gesetzlichen Vorgaben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz ihrer versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vollständig und zeitnah umzusetzen, hat der Gesetzgeber den Unfallversicherungen ja auch klare rechtliche Möglichkeiten und verpflichtende Vorgaben für die Durchsetzung gegeben.

Für die Unfallversicherungen bedeutet dies, eine fachlich kompetente und vertrauensvolle Zusammenarbeit intern zu praktizieren, um gegenüber den Mitgliedsbetrieben, aber auch mit diesen, die rechtlichen Vorgaben zielgerecht und nachhaltig umzusetzen. Nicht zuletzt hat eine qualifizierte und wirksame Prävention unmittelbaren Einfluss auf die Kosten für Rehabilitations- und Entschädigungsleistungen. Kurz gesagt: Eine gute Prävention trägt nicht nur dazu bei, das Leben und die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Mitgliedsbetrieben zu schützen und diesen sowie ihren Angehörigen Leid zu ersparen. Sie trägt auch dazu bei, die Folgekosten von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsschäden ganz zu vermeiden.

Insofern sollte man eigentlich von der Geschäftsführung einer Unfallversicherung erwarten, dass sie

  • dafür sorgt, dass Prävention, Rehabilitation sowie die Entschädigung fachlich qualifiziert und gleichermaßen kooperativ um- und durchgesetzt werden


  • auch dafür sorgt, dass in den drei Bereichen, also bei der Prävention, der Rehabilitation sowie der Entschädigung die jeweiligen Teilaufgaben gut aufeinander abgestimmt und koordiniert werden.


  • schließlich die Personalpolitik der Unfallversicherung darauf abstimmt, die jeweils anstehenden Aufgaben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu übertragen, die gleichermaßen fachlich qualifiziert und erfahren sind und die darüber hinaus auch noch entsprechend kompetent sind, Führungs- und Leitungsaufgaben anzugehen und umzusetzen.


Eine Anforderung, der die BGHM insbesondere im Bereich der Prävention schon seit längerem nicht nachkommt. Der Hauptgeschäftsführer Christian Heck mag ja davon reden, dass die Präventionsaktivitäten wichtig und aktuell für die Betriebe angewendet werden sollen. Es darf aber stark bezweifelt werden, dass ihm wirklich bewusst ist, was dies tatsächlich bedeutet.

Leider wird nämlich gerade im Bereich Prävention von der Geschäftsführung nicht einmal das dringend Notwendige getan. Wie sollte es auch, wenn die Geschäftsführung eine Verbesserung der Präventionsleistungen in einer "Digitalisierung der Aufsichtstätigkeit" sowie in einer "Digitalisierung der Qualifizierungsmaßnahmen" sieht.

Über ein Beispiel dieser naiven Form von Digitalisierung hat Forum-BG schon einmal berichtet. Zu glauben, wenn man die Aufsichtspersonen mit Tablet-Computern ausstattet und ihnen damit zusätzliche Verwaltungsarbeiten überträgt (vgl. Die BG Holz und Metall (96) - … noch bekloppter!) und annimmt die Verwaltungsangestellten, die bislang für die Dateneingabe zuständig waren einsparen zu können und dann auch noch anzunehmen, die Aufsichtspersonen könnten ihr bisheriges Pensum an Kontrolle, Beratung und Qualifizierung der Mitgliedsbetriebe weiterhin erledigen, ist schon etwas einfältig.

Eigentlich bedürfte es einer besseren personellen und organisatorischen Unterstützung der Aufsichtspersonen, damit sie für ihre Tätigkeiten in der Beratung und Überwachung der Betriebe hinreichend Zeit haben.


Ein elementarer Teil der Prävention ist die Schulung

Zur Prävention gehört aber auch, dass qualifizierte und ausreichende Schulungsmaßnahmen für die in den Mitgliedsbetrieben mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz befassten Personen angeboten werden. Nun sind die Mitgliedsbetriebe unterschiedlich groß, was die Zahl der Beschäftigten angeht. Überdies sind in den Mitgliedsbetrieben unterschiedliche Personen mit Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes befasst, also neben den Fachkräften für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, auch die Sicherheitsbeauftragten sowie weiterhin auch die Mitglieder in den Betriebsräten, die sich ebenfalls mit Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutz befassen müssen. Nicht zuletzt bedürfen auch die Arbeitgeber selbst bzw. deren Vertreter, insbesondere wenn sie Klein- und Mittelbetriebe leiten, der Qualifizierung und vor allem der Motivierung. Insofern gilt es für all diese Personengruppen entsprechende Qualifizierungsangebote zu machen.

Das war aber schon in der Vergangenheit ein Problem für die BGHM. Es sei hier u.a. nur an die Kritik aus dem Bereich des Tischlerhandwerks erinnert (vgl. Die BG Holz und Metall (112) - … und die Prävention wird weiter abgebaut!). Eine Kritik, die sich aber nicht gegen die Aufsichtspersonen, sondern vielmehr gegen die Geschäftsführung und des "Kosteneinsparungsdenkens der ganz besonderen Art" richtete. Es darf hierbei an die Bestrebungen der früheren Geschäftsführung von Dr. Platz und Michael Schmitz erinnert werden, die tatsächlich eine Schließung von Bildungsstätten, u.a. von Schierke und Schwelm angestrebt haben. Eine Bestrebung, die wohl auch der HGF Christian Heck noch weiter anstrebt.


Nur so sind auch die folgenden Bestrebungen erklärlich:

Seit einiger Zeit wird bei der Vermittlung von fachlichem Wissen und Kenntnissen sehr schnell überlegt, wie und mit welchen Programmen man das angestrebte Wissen übers Internet vermitteln könnte und sollte. Dass die "Digitalisierung des Lernens" gerade zu Zeiten von Corona schnell dazu führt, man müsse nur die Inhalte übers Internet erreich- und verfügbar machen, spielt auch bei der BGHM schon länger eine zentrale Rolle. Innerhalb der BGHM wird hierfür der vielsagende Begriff der "Webinare" genutzt und außerdem von Online-Schulungen gesprochen. Hiervon schwärmten Dr. Platz und sein Helferlein Roland Trocha schon vor 20 Jahren.

Inhaltlich wird dabei aber übersehen, dass die Anwendung von Unfall- und Gesundheitsschutzmaßnahmen sowohl technische, organisatorische als auch personelle Aspekte und Maßnahmen beinhaltet und entsprechend die Vermittlung dieser Ansätze und Inhalte erfolgen kann und muss. Dazu bedarf es aber eines entsprechenden Lern- und Diskussionsprozesses, der nicht nur theoretisch am Bildschirm erlesen bzw. verfolgt werden kann, sondern gerade auch mittels praktischer Demonstrationen an den entsprechenden Arbeitsplätzen und -abläufen zu verlaufen hat. Die Digitalisierung und das Internet können die gesetzlichen Aufgaben der Unfallversicherung unterstützen, sie dürfen aber nicht Selbstzweck werden und die Prävention in Form der praktischen Schulung ersetzen.


Und hier wird es problematisch

Wen wundert es, schließlich wurde die Leitung der BGHM-Hauptabteilung Präventionsbezirke nicht jemandem übertragen, der in Sachen Prävention Erfahrung und Sachverstand hätte, sondern einem Mitarbeiter, der aus dem Kirchenrecht kommend sich über Compliance und Pralinenwissen, sowie besonderer Dienstbarkeit gegenüber dem früheren Vorsitzenden der Geschäftsleitung, also Dr. Platz, man könnte nun sagen durchgearbeitet, genauer wäre aber wohl "hochgebuckelt" hat. Und der jetzt in der Prävention, mangels entsprechender Qualifikation und beruflicher Erfahrung, sein Unwesen betreibt. Hier ein kleines Beispiel:




Welch großartiger Ansatz! Für alle, die mit den Abkürzungen der Abteilungen der BGHM wenig vertraut sind: ABQUA steht für Abteilung Qualifizierung.

Wer die wöchentliche Beilage der Süddeutschen Zeitung, das SZ-Magazin (Magazin der Süddeutschen Zeitung) liest, dem wird diese Art der grafischen Darstellung von geistigen Überlappungen bekannt vorkommen. Im SZ-Magazin findet sich eine feste Spalte unter dem Titel "Gefühlte Wahrheit", in der mit schöner Regelmäßigkeit, mittels einer derartigen grafischen Darstellung, den Leserinnen und Lesern gewisse gedankliche Absurditäten in witziger Form vorgestellt werden. Darf man annehmen, dass Roland Trocha stetiger Leser des SZ-Magazins ist, aber leider die dortige Ironie noch nicht begriffen hat?

Es ist wohl kaum zu vermuten, dass sich Roland Trocha mit seiner Grafik einen Spaß erlauben wollte, vielmehr muss man annehmen, dass sie nur Ausdruck einer beachtlichen Hilflosigkeit qua Unvermögens ist.

Man darf jedenfalls Roland Trocha danken, dass er in seinem Schreiben feststellt, dass erst dann, "wenn wir wissen, was wir haben und was nachgefragt wird…" natürlich eine Erstellung kommt.


Und noch ein Beispiel von "Personalführung" nach der besonderen Art der BGHM

Und ein weiteres Beispiel über "Führungskompetenz" bei der BGHM wurde im Mai geliefert und wieder im Bereich Prävention und wieder durch Roland Trocha. Der Gesamtpersonalrat informierte die Beschäftigten in einem Schreiben hierüber in der folgenden Form:


Der GPR informiert
27.7.2020
BGHM

Unruhige Zeiten in der ABQUA
Beginnen wir mit einem Zitat aus dem Vorwort der Geschäftsführung zu unseren Führungsleitlinien:
Die erfolgreiche Mitarbeiterführung gleicht dem Dirigieren eines Orchesters.
"Ohne dass Sie selbst jedes Instrument beherrschen müssen, sorgen Sie für das optimale und harmonische Zusammenspiel der unterschiedlichsten Beteiligten in Ihren Organisationseinheiten. Sie geben den Takt an, beachten und würdigen die Individualität jedes Einzelnen und verstehen es, diese ins Gesamtwerk einzuordnen und zur vollen Entfaltung zu bringen. Sie wecken Begeisterung und Leidenschaft für die gesamte Arbeit."
Derzeit erreichen uns Anfragen verschiedener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ABQUA, welche auf Probleme in dieser Abteilung verweisen.
Angefangen hat dies mit einer Einladung vom 18.05.2020 zu einer Telefonkonferenz (TELKO) des Mitarbeiterstabs, welche auf Freitag, den 22.05.2020 um 14.00 Uhr gelegt wurde.
Wir finden die Wahl eines sogenannten Brückentages nicht gut für das optimale und harmonische Zusammenspiel der unterschiedlichsten Beteiligten.
Dies alles wäre kein Problem, die Führungskraft (FK) muss dann damit leben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits Urlaub oder Zeitausgleich eingeplant haben.
Mit der Einladung wurde aber zu einer besonders wichtigen TELKO eingeladen und FK erwarteten, dass dieser Einladung gefolgt wird.
Verstärkt wurde dies durch Anrufe der FK, mit der mündlichen Info unbedingt an der TELKO teilzunehmen.
Bei einigen in der Belegschaft führte dies dazu, dass diese trotzt geplantem Urlaub oder Freizeitausgleich an der TELKO teilgenommen habe.
Ja, der Takt wurde durch die FK angegeben, aber ob die Familienplanung und/oder andere wichtige private Termine dabei Beachtung fanden?
Tenor der TELKO war, dass man mit der Arbeit nicht zufrieden sei.
Den Rückmeldungen ist zu entnehmen, dass den Teammitgliedern nicht vermittelt wurde, welche konkreten Probleme vorliegen und wie diese gemeinsam angegangen werden.
Diese empfinden den Rundumschlag nicht zielführend und diese ist für das Personal eher verwirrend.
In der ABQUA herrscht deshalb eine absolute Unruhe, welche sich auf das Betriebsklima auswirkt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen sich klärende Gespräche und Beteiligung bei der Problembewältigung.
Auch hier möchten wir auf unsere Führungsleitlinien verweisen:
Beteiligen, Fördern und Schätzen
Der GPR wird die Aktivitäten weiter beobachten und bietet seine Bereitschaft an, sich aktiv am Prozess zu beteiligen.
Ihr GPR

Diese Schilderung durch den GPR bedarf eigentlich keiner weiteren Erläuterung. Man kann nur hinzufügen: Wenn die verantwortlich leitende Person, also Roland Trocha, weder inhaltlich, noch organisatorisch kompetent ist, gleichwohl nimmt sie immerhin für sich in Anspruch die kompetenten und engagierten Beschäftigten aus dem Bereich Prävention zu kritisieren und zu brüskieren.


War dieser Pfusch eines Roland Trocha gar zu offensichtlich?

Wie Forum-BG erfahren konnte, wurde Roland Trocha mittlerweile aus Christian Hecks engstem Führungskreis, der
GFR (Geschäftsführerrunde), die seit Anfang September 2020 in Strategiekreis umbenannt worden ist, ausgeschlossen. Muss daraus geschlossen werden, dass dem HGF Christian Heck die Teilnahme von Roland Trocha und seine möglicherweise dort eingebrachten Beiträge nicht mehr so hilfreich erscheinen?
Aber man sollte nicht zu optimistisch sein, dies bedeutet keineswegs die Aufkündigung des Helferleinkonzepts. Aus der Vergangenheit kennt man ja das Konzept der Umsetzung von Helferlein auf wichtig scheinende Leitungspositionen. Und wer möchte ausschließen, dass sich der HGF Christian Heck im Hintergrund nicht noch von Dr. Platz beraten lässt.


Und welche Folgerungen sind daraus zu ziehen?

Bedauerlicherweise - oder sollte man besser sagen: wie nicht anders zu erwarten - scheint der HGF Christian Heck die bisherige Praxis der Leitung und Führung der BGHM, basierend auf vertrauten und unterwürfigen Helferlein, fortsetzen zu wollen. Dabei scheint er davon geleitet, dass die BGHM am besten bei der Prävention Kosten einsparen sollte. Ein Konzept, das aus der Zeit von Dr. Platz hinreichend bekannt ist, der ja auch die Präventionsleistungen zu reduzieren versuchte und mit Unterstützung von Michael Schmitz die Schließung möglichst vieler bg-licher Bildungsstätten beabsichtigte. Der neue HGF Christian Heck beabsichtigt wohl dies schlicht fortzusetzen.

Dass dieses Konzept allen gesetzlichen Vorgaben über die Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung widerspricht, scheint HGF Christian Heck entweder noch nicht bemerkt zu haben, möglicherweise interessiert es ihn auch nicht. Vielleicht möchte er aber bestimmten Kreisen der Mitgliedsbetriebe, zu denken ist dabei vorrangig wieder einmal an die Automobilindustrie, einen Dienst erweisen. Schließlich wäre ganz sicher dieser Bereich der Mitgliedsbetriebe vorrangig Profiteur von finanziellen Einsparungen.


Es gibt aber noch eine ganz andere und wesentlich peinlichere Folgerung:

Auch wenn der HGF Christian Heck und seine Helferlein der Meinung sein mögen, sie seien die Entscheidenden. Entscheidend und letztendlich verantwortlich für die Arbeit in der Prävention und der BGHM, folglich auch in der Schulung ist leitend der Vorstand und/oder seine Ausschüsse, hier also der Präventionsausschuss. Damit ist man wieder bei dem Sachverhalt, dass der Vorstand der BGHM und insbesondere seine beiden Vorsitzenden wohl immer noch nicht begriffen haben, welche umfangreichen Aufgaben sie mit ihren Vorstandskollegen zu erfüllen haben und dass sie die Arbeit der Geschäftsführung auch zu kontrollieren haben. Oder muss man annehmen, dass dem Vorstand und seine beiden Vorsitzenden die Aufgaben der Unfallversicherung, also der BGHM schlicht gleichgültig sind, Hauptsache sie erhalten ihre Sitzungsgelder?

Dabei wäre es ganz einfach: Wenn der Vorstand sich einmal das Urteil des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshof vom 18. Juni 2020, unter der Nummer III ZR 258/18, einsehbar in der Juris-Datenbank, zu Gemüte führen würde, dann könnte er etwas schlauer werden. Dieses Urteil wurde vom Bundesgerichtshof in einer Auseinandersetzung zwischen dem alten HGF der MMBG und der BGHM gefällt. Mit diesem Urteil wurde das Urteil des 18. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 07. März 2018 aufgehoben. Damit hat die BGHM wieder einen - diesmal einen höchstrichterlichen - Prozess verloren. Über das, diesem Verfahren vor dem BGH vorhergehende Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf hat Forum-BG bereits berichtet (vgl. Die BG Holz und Metall (111) - ... war das ein erster Erfolg? Teil 1; Die BG Holz und Metall (111) - ... war das ein erster Erfolg? Teil 2; Die BG Holz und Metall (111) - ... war das ein erster Erfolg? Teil 3). Über das Urteil des BGH wird Forum-BG in einem anderen Beitrag später noch ausführlicher berichten. An dieser Stelle ist von Bedeutung, dass die Richter folgende Ausführungen gemacht haben:

"Der Geschäftsführer ist Organ - nicht jedoch Selbstverwaltungsorgan im Sinne des § 31 SGB IV - der Berufsgenossenschaft (…). Er wird auf Vorschlag des Vorstands von der Vertreterversammlung gewählt (…). Die Rechtsstellung eines Organs des Versicherungsträgers erlangt der Geschäftsführer mit der Annahme der Wahl (…). Soweit nichts anderes bestimmt ist, verwaltet und vertritt der Vorstand den Versicherungsträger (…), wohingegen der Geschäftsführer gemäß § 36 Abs. 1 SGB IV die laufenden Verwaltungsgeschäfte führt. Dem Geschäftsführe ist insoweit nur ein Ausschnitt der Verwaltung zugewiesen, nämlich die mehr oder minder regelmäßig wiederkehrenden Geschäfte, die sachlich, insbesondere wirtschaftlich, keine erhebliche Bedeutung für den Versicherungsträger haben (…)."
(vgl. S. 16f des Urteils, Hervorhebungen d.A.)

Da zumindest anzunehmen ist, dass der Vorstand und insbesondere seine beiden Vorsitzenden doch des Lesens mächtig sind, wäre es sicherlich nicht falsch, wenn sie diese Fähigkeit des Lesen einmal nutzen würden und sich mit diesen Feststellungen des BGH und deren praktischen Konsequenzen für ihre Funktionen bei der BGHM einmal näher befassen würden.

Die bei aller "Sparsamkeit" bei der BGHM immer noch in den Haushalt eingestellten Millionenbeträge für die Prävention und damit auch für die Schulung verwalten also nicht Christian Heck oder gar Roland Trocha, sondern diese Ausgaben für die gesetzlichen Aufgaben verwaltet allein der Vorstand. Diese Geldbeträge haben auch wirtschaftlich für die BGHM eine erhebliche Bedeutung, auch wenn das die Herren Heck und Trocha anders sehen sollten. Deshalb sollte sich der Präventionsausschuss der BGHM nunmehr seiner Verantwortung stellen und die Maßstäbe für eine mit allen geeigneten Mitteln zu erbringende Schulung festlegen.






























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Aktualisiert am 09 Nov 2020 | forum-bg@forum-bg.de

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