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Die BG Holz und Metall (125)

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Zuletzt geändert am 13.08.2019



Die BG Holz und Metall (125) - Dr. Platz nimmt Abschied

Nun ist es also "amtlich": Dr. Platz wird im August aus dem aktiven Dienst bei der BGHM ausscheiden.

Wieviel Einfluss er aus der "Passivphase" der Altersteilzeit auf die Geschäfte der BGHM, gegebenenfalls über seine Helferlein, ausübt, bleibt abzuwarten. Aber Dr. Platz scheidet nicht nur so einfach aus, nein, er verabschiedet sich auf seine Weise von den Beschäftigten der BGHM. In der Ausgabe 23 des "BGHM-inside - Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BGHM" vom Juli 2019 ist auf den Seiten 4 und 5, ein von Dr. Platz gezeichneter Artikel zu finden, in dem er seinen Abschied verkündet und sich natürlich auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedankt. Allerdings wieder auf seine sehr spezielle Weise:

"Im August werde ich aus dem aktiven Dienst unserer BG ausscheiden. Ich bedanke mich bei Ihnen allen für Ihre Unterstützung und die sehr gute Zusammenarbeit über die 25 Jahre meiner Geschäftsführertätigkeit."

Da werden sich möglicherweise einige doch die Augen reiben und sich fragen, ob sie etwas verpasst haben? War das Angebot, das Dr. Platz bei Mitarbeitertagungen machte, nämlich: wem die Anordnungen der Geschäftsführung und der Leitung von Dr. Platz nicht passten, könne sich ja wo anders eine Arbeit suchen, etwa ein Bestandteil dieser "guten Zusammenarbeit"?

Aber Dr. Platz kommt noch zu ganz anderen Erkenntnissen. So stellt er fest, dass in den vergangenen 25 Jahren seiner Tätigkeit in der Geschäftsführung der Einsatz und die Nutzung von EDV nicht nur massiv zugenommen habe, sondern erheblich ausgeweitet und intensiviert wurde. Das liest sich dann so:

"Es war Mut und visionäre Kraft gefordert, in die digitale Welt aufzubrechen, die wir heute nicht mehr wegdenken können. Ohne das Engagement der Kolleginnen und Kollegen - auch vieler, die inzwischen längst im Ruhestand sind - wäre dieser Weg nicht gangbar gewesen."

Eine interessante Aufgabenteilung, Dr. Platz schreibt sich Mut und visionäre Kraft zu und dankt für das Engagement der Kolleginnen und Kollegen, die die Umsetzung zu erledigen hatten. Und er schreibt weiter:

"Unsere BG ist heute hier Spitzenreiter."

Spitzenreiter inwiefern? Etwa deshalb, weil bei der BGHM bei vielen Aktivitäten EDV eingesetzt wird? Etwa deshalb, weil - Forum-BG hat in der Vergangenheit ja schon mehrfach darüber berichtet - Dr. Platz dafür gesorgt hat, dass die Arbeit von Büropersonal durch den Einsatz von Tabletts auf die Außendienstmitarbeiter übertragen wurde? Dass damit die Außendienstmitarbeiter ihre eigentliche Arbeit, also die Kontrolle und Beratung der Mitgliedsbetriebe nicht mehr im bisherigen und durchaus erforderlichen Umfang leisten können hat Dr. Platz übersehen. Auch die Ersetzung von Seminaren durch Internetangeboten, also die Reduzierung des bg-lichen Ausbildungsangebotes in den bg-lichen Schulungsstätten zu Gunsten von Informationsangeboten im Internet, mag Dr. Platz positiv erscheinen, für die Betriebe und insbesondere für die Versicherten bedeutet es einen Abbau der Präventionsleistungen. Sollte Dr. Platz immer noch nicht bekannt sein, dass die Aufgabe der gesetzlichen Unfallversicherung in drei zentralen Punkten liegt, nämlich

  • für einen zeitgemäßen und hohen Standard im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben zu sorgen;
  • dafür zu sorgen, dass Versicherte, die einen Arbeitsunfall erlitten haben oder die an einer Berufskrankheit leiden, umfassend medizinisch versorgt werde und ihnen gleichzeitig einen ebenso umfassende Hilfestellung für ihre soziale und berufliche Wiedereingliederung geboten wird;
  • schließlich sicherzustellen, dass unter einem Arbeitsunfall bzw. unter einer Berufskrankheit Leidende einschließlich ihrer Familien finanziell ausreichend gesichert sind.


Das Nähere könnte Dr. Platz, der z.B. nie Leiter einer Bezirksverwaltung war, in den §§ 1, 14ff SGB VII nachlesen. Aber diese Themen scheinen dem promovierten Juristen, trotz der 25 Jahre Geschäftsführertätigkeit bei einer gesetzlichen Unfallversicherung, entgangen zu sein. Dafür widmet er einem anderen Sachverhalt seine Aufmerksamkeit. Er schreibt:

"Mit meinem Amtsantritt haben wir in der damaligen Süddeutschen Metall BG bereits das Thema "Führung" aufgerufen: damals eine ganz neue Kategorie in der Welt der Verwaltung. Auch hier sind grundlegende Veränderungen eingetreten. Beförderungen und insbesondere der Einsatz als Vorgesetzter war traditionell an den Zeitablauf geknüpft. Wer lange genug in der Verwaltung war, kam irgendwann einmal "dran". Was wir heute mit Führung inhaltlich und persönlich verbinden, musste auch erst über einen langen Prozess wachsen. Wir sind durch unsere vielfältigen und individuellen Angebote für neue und "alte" Führungskräfte jetzt bestens aufgestellt und für die Zukunft gerüstet. Auch hier ist unser BG vielen anderen Verwaltungen weit voraus."

So sieht das also Dr. Platz. Da stellen sich schon einige Fragen: Hat Dr. Platz tatsächlich nicht mitgekriegt, dass üblicherweise Qualifikationsanforderungen, wie auch die soziale Kompetenz bei der Auswahl von Führungskräften eine Rolle spielen. Ein Sachverhalt, der weder neu, noch überraschend ist, sieht man einmal von der Personalpolitik ab, die Dr. Platz bei der BGHM praktiziert hat. Bei der BGHM spielte unter Dr. Platz leider weniger die Qualifikation und noch viel weniger die soziale Kompetenz eine Rolle. Für Dr. Platz war - zumindest bei der fusionierten BGHM - für die Auswahl von Führungskräften insbesondere bedeutsam, ob sie ihm in seinen ganz speziellen Absichten Hilfestellung geben konnten und wollten. Befördert wurden insbesondere seine Helferlein. Bedauerlicherweise spielte hierbei die Selbstverwaltung mit und tolerierte dies bzw. unterstützte Dr. Platz auch noch. Insofern ist die Auswahl von Herrn Heck als neues Mitglied der Geschäftsführung keine große Überraschung.

Ganz sicher ist allerdings, dass die BGHM in Sachen "Führung" anderen Verwaltungen keineswegs "weit voraus" ist. Vielmehr wird die Selbstverwaltung, wenn sie nicht bald aufwacht und sich ihrer gesetzlich vorgegebenen Aufgaben besinnt, erkennen müssen, dass die bei der BGHM versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um ihre Rechte gebracht werden. D.h., betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz durch die BGHM findet immer weniger statt. Ein Sachverhalt, der auch den Eigentümern bzw. der Geschäftsführung von Klein- und Mittelbetrieben zu denken geben sollte. Es geht dabei aber nicht nur um die Qualität des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, sondern auch um die Verwendung der Mitgliedsbeiträge.

Aber das ist ja erwiesenermaßen ein Thema, das Dr. Platz nicht interessiert und von dem er auch überhaupt nichts versteht. Dafür sondert er abschließend noch folgenden Heißdampf ab:

"Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall lebt: sie wird immer neu mit Herausforderungen konfrontiert werden. Die Entwicklung der Technik, die Arbeitsprozesse verändert, wird weitergehen. Die Anforderungen unserer Unternehmen und Versicherten an uns und unsere Arbeit werden sich wandeln und weiter steigen. In den Führungsleitlinien haben wir uns eine klare Richtung vorgegeben: Wir sehen Veränderungen als Chance, gemeinsam unsere Stärken zu zeigen und uns weiterzuentwickeln. Ich bin der Überzeugung, dass Sie so in allen Bereichen unserer BG kraftvoll in die Zukunft gehen."

So viel Eigenlob von Dr. Platz für Dr. Platz und die BGHM ist ja Spitze! Das "wir" muss nur durch ein "Ich" ersetzt werden. Oder spricht Dr. Platz schon ernsthaft im Pluralis Majestatis? Man denke nur an den kreirten "Kaiser Albertus Platzus" (vgl. Die BG Holz und Metall (114) - … und ihre Personalpolitik).

Kein Wort des Bedauerns darüber, wieviele Mitarbeiter/innen im Zuge des Umbaus der fusionierten BGen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke geblieben sind und was für ein Betriebsklima er hinterlässt!

Man kann nun gespannt sein, wie der Vorstand der BGHM dafür sorgen wird oder will, dass die BGHM endlich wieder auf die ihr gesetzlich vorgegebene Spur kommt und ihren Aufgaben und Anforderungen nachkommt. Die überwiegende Mehrzahl der Beschäftigten der BGHM nimmt ihre Arbeit und ihre Aufgaben sehr ernst und wäre bereit, die Selbstverwaltung hierbei zu unterstützen. Aber man kann nur eine Selbstverwaltung unterstützen, die sich ihrer eigenen Aufgaben bewusst ist, sie erfüllen will und die diese Unterstützung dann auch noch annimmt.

Insofern ist es einerseits gut, dass Dr. Platz endlich die BGHM verlässt, andererseits bedeutet dies aber eben leider noch lange keine wirkliche Änderung der Situation.


Und wie geht´s weiter?

Mittlerweile wurde im Intranet am 12.08. bekanntgegeben, wer jetzt welche Aufgabe in der Geschäftsführung der BGHM übernimmt:

  • Römer: Rehabilitation und Zentrale Stabsstelle "Beauftragte Datenschutz und Informationsfreiheit"


  • Schmitz: Hauptabteilungen Verwaltung, Beitrag, VITA und Zentrale Stabsstellen Finanzen, Steuerung und Integrität, Öffentlichkeitsarbeit, Grundsatzfragen Recht, Informationssicherheit


  • Heck: Bereich Prävention, Hauptabteilung Personal und zentrale Stabsstelle Selbstverwaltung und Geschäftsführung


Wen die Vertreterversammlung allerdings als Vorsitzenden der Geschäftsführung bis Ende Dezember 2019 wählte ist leider nicht bekannt.

Für die Aufgabenverteilung ist natürlich der Vorstand verantwortlich. Leider scheint der sich aber weiterhin an den Dr. Platz´schen Kriterien für die Personalauswahl halten zu wollen, also das Prinzip: der Kandidat muss keine Sachkenntnisse haben, Hauptsache er ist in der Lage Geld in den zentralen Bereichen der BGHM einzusparen, also bei der Prävention, der Rehabilitation und der beruflichen, medizinischen und sozialen Rehabilitation sowie Entschädigung. Oder sollte es dem Vorstand wirklich entgangen sein, dass Schmitz - vorsichtig formuliert - kein Kenner des Rechts ist. Und sollte es dem Vorstand etwa auch entgangen sein, dass Heck gleichermaßen keine Qualifikationen im Bereich Prävention aufweisen kann. Oder sollte der Vorstand etwa die "Recherchen", die Heck im Auftrag von Dr. Platz im Jahre 2011 gegen frühere Mitglieder der Selbstverwaltung sowie Beschäftigte der MMBG und der HüWaBG durchgeführt hat und die sich als völlig substanzlos erwiesen haben, als eine hinreichende Qualifikation für die Leitung des Bereichs Prävention erachten? Nach allen Erfahrungen mit dem amtierenden Vorstand muss man das leider annehmen.

Dass diese Einschätzung von Forum-BG keineswegs so abwegig ist, wie die Versichertenvertreter/innen im Vorstand der BGHM möglicherweise glauben mögen zeigt ein Leserbrief, den Forum-BG erhalten hat:

"Leserbrief zu Beitrag Nr. 124, Forum-BG

BGHM befindet sich im Risiko-Modus

Auf ihn hatten zuvor nur die wenigsten getippt. Was für ein sensationeller Karrieresprung für Christian Heck. Zurzeit noch Personalchef einer großen Berufsgenossenschaft, die mittlerweile vorrangig für massive Führungsprobleme bekannt ist. Und nun hat ihn die Vertreterversammlung am 4. Juli 2019 auf Vorschlag des Vorstands zum Mitglied der Geschäftsführung (ab 1. Sept. 2019) gekrönt. Noch Tage nach der denkwürdigen 2. Verkündigung (zu Kreßels theaterreifen Vorstellung fehlten lediglich die zu vergießenden Krokodilstränen) dürften sich viele Beobachter in Mainz und an den anderen Standorten verwundert die Augen gerieben haben. Es war der BGHM-Paukenschlag vor dem Sommerloch. Das wundersame Märchen um den externen Kandidaten (= vorsitzendes Mitglied der GF der Arbeitsagentur Hamburg) konnte eigentlich von Anfang an kein gutes Ende nehmen. Insider prophezeiten dies früh.

Aus pragmatischer und machtpolitischer Sicht ist die Geschichte schnell erzählt: Löken, Steininger & Co. waren wieder mal zu blauäugig (naiv). Denn sie habe das Spiel ohne die gewiefte BGHM-Verwaltung und ohne die cleveren finsteren Mächte gemacht. Schließlich gab die (gespielt) ratlose Selbstverwaltung nach ihren zahlreichen Kardinalfehlern zu früh auf und der Kandidat der Verwaltung / der finsteren Mächte kam zum Zuge. Eine Schmierenkomödie - nicht anders als in der Politik. Und mal eben wieder etwa 2 Mio. Euro (= Mitgliedsbeiträge!) für unverfrorene Abfindungen und für unsinnig investierte Beraterhonorare in den Sand gesetzt. Für welche Werte steht diese amateurhaft aufgestellte Selbstverwaltung überhaupt noch ein? Besitzen deren Mitglieder überhaupt noch ein Amtsehrgefühl?

Alles gut also bei der BGHM? Mitnichten!!!

Mal abgesehen von dem wiederholten Versagen der Selbstverwaltung und den anderen Dingen, die man so liest und hört, gibt es noch ein anderes großes Problem - der sehr hohe Krankenstand und die überproportional vielen BEM-Fälle (BEM = Betriebliches Eingliederungsmanagement). Zu diesem Problemthema werden von der Verwaltung leider keine transparenten Zahlen veröffentlicht und der BEM-Beauftragte der BGHM scheint einen Maulkorb verpasst bekommen zu haben. Die gewählte "Mitarbeiter"vertretung (= Personalrat, HPR und GPR) bleibt bedauerlicherweise wider untätig - sie lässt die Mitarbeiter/innen einfach so krank machen. Die kleinen örtlichen Personalräte werden leider nur doof gehalten. Und die düpierte Selbstverwaltung scheint sich für dieses wichtige bedrückende Thema überhaupt nicht zu interessieren - Überforderung, Sorge um den Arbeitsplatz (ca. 1.000 Stellen sollen bei der BGHM mittelfristig wegfallen), Depressionen, Burnout usw. sind die traurigen Begleiter. Verfehlte Kommmitmensch lässt grüßen!
Wen wundert es bei diesem bedrückenden Thema überhaupt noch, wenn Führungskräfte (FK) der BGHM auf FK-Seminaren beigebracht bekommen, wie man unliebsame Mitarbeiter los wird. Unter dem autoritären Führungsstil hat sich die Stimmung unter den Mitarbeitern/innen in den letzten Jahren spürbar verschlechtert - kaum noch schönzureden von der Öffentlichkeitsabteilung. Gleichzeitig hat die Verwaltung einfach zu viele Veränderungen in kürzester Zeit herbeigeführt. Man kann eine Orgaisation icht in eine neue digitale Zeit führen, ohne dabei die Mitarbeiter/innen mitzunehmen, mahnen viele Experten. Leider so geschehen bei der BGHM.
Moral wird nicht immer gerne gehört - das wusste schon Heinrich Christian Wilhelm Busch (1832 - 1908). Doch dieser Leserbrief sollte alle Beteiligten / Verantwortlichen in ihrer wohlverdienten Urlaubszeit zum Nachdenken und Umdenken anregen. Quo vadis BGHM? Quo vadis Christian Heck? Quo vadis GPR / HPR? Quo vadis BGHM-Krankenstand? Wollen alle Protagonisten zukünftig wirklich so weitermachen - eine "Kontinuität", die sich die Selbstverwaltung von der "neuen" Geschäftsführung so sehnlich wünscht?

Ende Juli 2019"


Soweit der Leserbrief, dem wahrlich nichts hinzugefügt werden muss.
















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