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Die BG Holz und Metall (112) Nachtrag

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Zuletzt geändert am 07.08.2018


Die BG Holz und Metall (112) - … die Prävention wird weiter abgebaut und wie dies von der Geschäftsführung gesehen wird! Ein Nachtrag


Noch ist die Geschäftsführung der BGHM nicht völlig weggedämmert!

Die Geschäftsführung der BGHM hat auf den Beitrag und die Kritik von Herrn Roxlau reagiert. Die Reaktion ist nachlesbar unter: https://www.dds-online.de/menschen-markt/marketing-betriebsfuehrung/unser-angebot-vergroessert-sich/. In diesem Schreiben der BGHM wird allen Ernstes behauptet, das Angebot der BGHM im Bereich der Prävention für die Holzbetriebe wäre vergrößert worden.

Auf der Internetseite der DDS ist ein Reaktionsschreiben der BGHM nachzulesen:

"Mit dem Text wird der Eindruck erweckt, die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) verringere das Angebot qualifizierter Schulungen für ihre Holzbetriebe. Das Gegenteil ist der Fall. Die BGHM steigert ihr Angebot und die Qualität ihrer holzspezifischen Seminare kontinuierlich. Dabei richtet sie ihre Präventionsleistungen stets an den Bedürfnissen ihrer Mitgliedsbetriebe aus. Ein künftig noch größeres Angebot an regionalen Vor-Ort-Seminaren verringert die Reisezeiten und stärkt das Teilnahmeinteresse. Kooperationen mit regionalen Bildungsträgern, wie Berufsschulen und Handwerkskammern, garantieren bedarfs- und praxisorientierte Schulungen.

Darüber hinaus wird es auch weiterhin eine BGHM-Holz-Lehrwerkstatt geben, in der qualitativ hochwertige Maschinenlehrgänge durchgeführt werden. Außerdem wird behauptet: ›Immer weniger technische Aufsichtspersonen, (…), verfügen über eine holzspezifische Qualifikation.‹ Auch diese Aussage ist falsch. Die BGHM hat ihre holzspezifischen Qualifikationen in den letzten Jahren ausgebaut und ist aufgrund ihrer Kompetenz wichtiger Ansprechpartner für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitgliedsbetriebe. Seit der Fusion 2011 verfügt sie über eine größere Anzahl an Aufsichtspersonen mit holzspezifischer Qualifikation als die frühere Holz-BG. Die BGHM wird damit auch weiterhin praxisorientiert, mit hohen Qualitätsstandards und einem qualifizierten Seminarangebot die Bedürfnisse ihrer Holzbetriebe erfüllen."


Diese Antwort ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass nach der Schließung der Ausbildungswerkstatt in Stuttgart nur noch die Ausbildungswerkstatt in Erfurt erhalten bleibt. Diese ist, wie Stuttgart, mit dem erforderlichen Maschinenpark für praxisnahe Seminare ausgerüstet. Wenn nun die Ausbildungswerkstätten in Stuttgart geschlossen werden und nur noch die in Erfurt erhalten bleiben und die Ausbildung von diesen Ausbildungswerkstätten auf "Regionale Veranstaltungen" verlagert wird, so finden diese Ausbildungsmaßnahmen nicht in entsprechend ausgerüsteten Werkstätten statt. Praktisch bedeutet dies, es wird dann auf eine theoretische Vermittlung gesetzt, also es wird anhand von Powerpointe-Präsentationen, Filmen usw. versucht, Praxisnähe zu erzeugen. Praktische Vermittlung sieht anders aus.

Wie zu erfahren war, ist die Erfurter Ausbildungswerkstatt jetzt schon überbucht. Man kann sich vorstellen, wie lange künftig auf einen Seminarplatz gewartet werden muss.
Oder sollte das etwa das Ziel von Dr. Platz und Co sein: Die Betriebe sollen freiwillig auf private Anbieter, Kammern ... ausweichen? Wie zu hören ist, wurde von der
Geschäftsführung der BGHM in der Vergangenheit immer wieder geäußert: Wir sind nicht die Ausbilder der Industrie! Rührt daher der Wegfall vieler Fachseminare im Angebot der BGHM - und zwar nicht nur im Holzbereich -, wie er in den letzten Jahren feststellbar ist?

Ein Vergleich der Seminarprogramme des Jahres 2018 und z. B. des Jahres 2011 belegt diese Verringerung im Seminarangebot.

Für wen sind gesetzlichen Unfallversicherungen, wie die BGHM, eigentlich vorhanden und nützlich? Und wieder stellt sich die Frage, wie verträgt sich eigentlich diese Haltung von Dr. Platz und Co mit
§ 1 des SGB VII wo es völlig unmissverständlich heißt:

"Aufgabe der Unfallversicherung ist es, nach Maßgabe der Vorschriften dieses Buches 1. mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten …"

Leider stellt sich hierbei auch die Frage, wieso die Selbstverwaltung diese Aktivitäten der Geschäftsführung unter der Leitung von Dr. Platz einfach so hinnimmt und dies mittlerweile seit Jahren! Vielleicht sollten die Mitglieder der Selbstverwaltung einmal daran denken, dass damit die Versicherten in ihrer Gesundheit und in ihrem Leben gefährdet werden und überdies den Betrieben erhebliche zusätzliche Kosten entstehen, aber das scheint der Geschäftsführung, wie auch der Selbstverwaltung, schon seit Jahren gleichgültig zu sein.


… und der Abbau der Präventionsleistungen und die Absenkung des Präventionsniveaus geht weiter!

Mittlerweile müssen alle Aufsichtspersonen alle Betriebe je nach Größenordnung in ihrem Zuständigkeitsbereich betreuen, egal welche fachliche Vorbildung sie mitbringen. Insofern ist es natürlich einfach zu behaupten, es gebe jetzt mehr Aufsichtspersonen, die Betriebe der Holzbranche betreuen. Nur muss man auch die Frage stellen: Über welche spezifische Qualifikation verfügen die Aufsichtspersonen bei ihrer Tätigkeit in Holzbetrieben? Glaubt tatsächlich irgendwer, dass eine Aufsichtsperson mit einer Ausbildung als Maschinenbauingenieur und einer längeren aufsichtsdienstlichen Tätigkeit im Bereich von Metallbetrieben so einfach die speziellen Fragestellungen eines Sägewerkes zu behandeln kann? Ob er nicht vielmehr der Unterstützung von Fachgremien bedarf? In der AP-Ausbildung kann eine erlernte Berufspraxis im Holzsektor nicht vermittelt werden. Dies wird dazu führen, dass die Betriebe, wie auch die Versicherten ungeduldig werden und die BGHM nicht mehr als kompetenten Ansprechpartner ansehen bzw. links liegen lassen. Die Folge ein Abbau des betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutzes, verursacht durch einen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung!


Die Arbeitsschutz-Polizei

Im letzten Beitrag ( Die BG Holz und Metall (112)) hat Forum-BG bereits die Befürchtung, dass die BGHM zu einer "Arbeitsschutz-Polizei" umgebaut wird, wie sie von Herrn Roxlau in seinem Beitrag beschrieben wurde, aufgegriffen.

Diese Befürchtung wird überdies etwa auch dadurch gestützt, dass auf der diesjährigen Jahrestagung der Außendienstler eines der zentralen Themen das Bußgeld war. So wurde dort, so hat Forum-BG erfahren, von Frau Frank und Herrn Trocha gesagt, dass zu wenige Bußgelder verhängt würden und es wurde von den Außendienstlern gefordert, die BG müsse mehr Flagge zeigen.

Will Trocha in den Mitgliedsbetrieben etwa das gleiche Klima erzeugen, wie es bereits im Innendienst der BGHM herrscht, wo er die Bediensteten doch angeblich mit Disziplinarverfahren als sogenannter Ermittler - wahrscheinlich im Auftrag von Dr. Platz - ständig ängstig oder sogar verfolgt hat?

Bei Verstößen gegen Arbeits- und Gesundheitsschutzregelungen, insbesondere, wenn sie nicht abgestellt werden, ist eine Sanktionierung durch z.B. Bußgelder natürlich unumgänglich. Davon abgesehen, bedarf es aber einer systematischen Schulungs-, Informations- und Aufklärungsarbeit. An dieser Verschiebung in der Schwerpunktsetzung - Bußgelder an Stelle von Qualifizierung und Information - wird jedenfalls deutlich, dass die Juristen in der Prävention der BGHM heute das Sagen haben und nicht der Präventionsleiter. Juristen wie Roland Trocha, der offenbar als Allzweckwaffe - so sah ihn der Anwalt der Kollegen Schildknecht, Dzudzek und Reidt in den Sozialgerichtsprozessen, nach seiner Tätigkeit als halber Personalleiter, Innenrevisor, Compliance-Beauftragter, Ermittler und Pralinenbeschauer - nun sein Glück, zum Unglück der Betriebe, als faktischer Präventionsleiter gefunden hat.

Hinzu kommt, dass viele - praxisfremde - Vorgaben in der Prävention heute von der Verwaltung erlassen werden, von einer Verwaltung deren Kenntnisse und Erfahrungen aus vielen Bereichen stammen mögen, aber ganz gewiss nicht aus der Prävention. Man denke hierbei etwa auch an die Stabsstelle von Herrn Bachor, der bisher nicht einmal, so hört man, mit im Außendienst war, um auch nur zu sehen, wie die Prävention arbeitet.

Wie zu hören ist, hat Herr Bachor überdies Berührungsängste zu den Außendienstlern und bedürfte wohl einer gesonderten Schulung in Sachen Führungsleitlinien. Aber in welcher BG sitzt ein mit A 14 besoldeter gelernter Sozialversicherungsfach-Angestellter bei den Sitzungen der Geschäftsführer (alle mit B-Gehältern) dabei und kann dem Leiter der Prävention Vorgaben machen? Es würde viele in der Prävention der BGHM interessieren, woher seine besondere Beziehung zu Dr. Platz rührt.

Zweifelsfrei wird die Prävention inhaltsentleert und zu einer Verwaltung umgebaut und weitestgehend sinnfrei standardisiert. Manche Aufsichtspersonen fragen sich, weshalb überhaupt noch eine 2-jährige AP-Ausbildung für die Erledigung der Verwaltungsaufgaben erforderlich ist? Es steht nicht mehr das Geschehen in den Mitgliedsbetrieben, sondern die Abwicklung des Verwaltungsgeschäfts im Mittelpunkt und natürlich wird mittlerweile alles detailliert vorgeschrieben. Die Aufsichtspersonen dürfen noch nicht einmal mehr schriftliche Anordnungen erlassen! Diese müssen erst von der Juristin Frank abgesegnet werden. Das "beschleunigt" natürlich nicht nur die ganze Sache, nein, dadurch erfährt sie auch noch juristische Kompetenz.

Weiterhin nimmt die Dokumentationsverpflichtung zu. Jeder Betriebsbesuch muss mit einem Schreiben enden. Auch wenn es nichts zu schreiben gibt: Dann wird ein sog. Infoschreiben verschickt nach dem Motto "Vielen Dank für das nette Gespräch". Da stellt sich schon die Frage, was das soll. Diese, für überflüssige Schreibarbeit am Schreibtisch - wir erinnern uns, die Schreibkräfte für die Aufsichtspersonen sind ja auch schon abgeschafft worden! (vgl. Die BG Holz und Metall (109) - Prävention, kann doch weg!) - aufgewendete Zeit, fehlt logischerweise für die eigentliche Aufsichtstätigkeit in den Betrieben, wie sie das SGB VII ja vorschreibt. Auf diese Weise werden die Bürotage bald die Außendiensttage überwiegen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Im Innendienst kennt sich Trocha als Ermittler bestens aus, z.B. angebliche Pflichtverletzungen zu (er)finden

Wie zu hören ist, hoffen viele der Kollegeninnen und Kollegen im Aufsichtsdienst auf einen Neuanfang mit der neuen Geschäftsführung. Sie hoffen auf eine Rückbesinnung auf die gesetzlichen Vorgaben für die Unfallversicherungen, also insbesondere der BGHM, und wieder auf eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit, sinnvollere Vorgaben durch Betriebspraktiker und vor allem auf ein ehrlicheres Umgangsklima in der BGHM, doch wie soll das mit Trocha und Bachor umzusetzen sein?

Hier wartet eine wichtige Aufgabe auf die Selbstverwaltung!
























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Aktualisiert am 10 Dez 2018 | forum-bg@forum-bg.de

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