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Die BG Holz und Metall (104) Teil 3

Neues

Zuletzt geändert am 22.09.2017


Die BG Holz und Metall (104) - … und ihre ersten sechs Jahre, eine traurige Bilanz! (Teil 3)


Peinlich, bis zur letzten Sitzung!

Wie bereits erwähnt, war am 12. September 2017, die letzte Sitzung des alten Vorstandes der BGHM. Man hätte eigentlich erwartet, dass diese besondere Truppe sich nochmals selber feiert, dazu "kluge" Reden hält, Flaschen leert und - soweit möglich - intelligent lächelt. Und dann friedlich nachhause fährt und in Zukunft allen, die es wissen wollen, aber auch jenen, die es nicht wissen wollen, darüber berichtet, wie toll sie bei der BGHM in der Selbstverwaltung gearbeitet hätten. Das mit dem Feiern hat wohl gut geklappt. Auch mit wechselseitigem Lob wurde wohl nicht gespart.

Wie so was in etwa klingt, kann man beispielsweise nachlesen unter https://www.pressebox.de/pressemitteilung/berufsgenossenschaft-holz-und-metall/Professor-Dr-Kressel-wird-neuer-Vorstandsvorsitzender-der-BGHM/boxid/746751.
Dort schwärmte Sönke Bock:

"Wilfried-Jürgen Ehrlich hat in den über neun Jahren als Vorstandsvorsitzender sein Amt mit außerordentlicher Kompetenz und Zielstrebigkeit wahrgenommen. Insbesondere bei den drei großen Fusionen, die er maßgeblich begleitete, hat er große Verantwortung und Augenmaß gezeigt. Für sein Engagement möchten wir ihm recht herzlich danken", würdigte Sönke Bock, Vorsitzender des Vorstandes der Versichertenseite, die Arbeit von Ehrlich. "Ich freue mich, dass uns seine fundierten Kenntnisse und seine wertvollen Erfahrungen im Vorstand und in seinen BGHM-übergreifenden Ämtern erhalten bleiben."

Hatte Sönke Bock dabei auch an die zahlreichen von Wilfried Ehrlich initiierten und von ihm mitgetragenen Vertragsbrüche des Fusionsvertrages zur Bildung der BGHM gedacht? Wie schön wäre es also gewesen, wenn sich der alte Vorstand nochmals gefeiert und dann das Feld geräumt hätte. Leider war dem nicht so. Wer so etwas erwartet, der hat zwei wichtige Punkte entweder noch immer nicht erkannt oder schlicht vergessen: Nämlich die Dreistigkeit der Geschäftsführung einerseits und Unterwürfigkeit des alten Vorstandes andererseits. Bevor sich der alte Vorstand feierte, fasste er noch einen Beschluss. Man könnte aber auch umgangssprachlich sagen, er setzte noch einen Haufen drauf.


Worum geht es?

Leser von Forum-BG werden sich möglicherweise noch erinnern, dass im Beitrag " Die BG Holz und Metall (97) - … es tut sich wieder was! (Nachtrag)", der Ende Mai ins Netz gestellt wurde, davon die Rede war, dass

" … sich Michael Schmitz, seines Zeichens Mitglied der Geschäftsführung der BGHM, so viel Mühe gemacht um … die gesamte Verwaltung, einschließlich der Bezirksleitung in Düsseldorf an den Stadtrand zu verlegen, das dann frei werdende Bürogebäude im Zentrum von Düsseldorf verkaufen (wollte), und das wäre vermutlich nur der Anfang gewesen! So hat er dies dem Vorstand bei der letzten Vorstandssitzung vorgetragen."

Natürlich, auch das war in dem Beitrag zu lesen, gab es hierzu wieder einmal nur eine Tischvorlage. Bedeutsam war allerdings: Die Versichertenvertreter im Vorstand, verweigerten ihre Zustimmung. Michael Schmitz war hierüber, so war zu hören "sehr erzürnt".

Und die Geschichte findet ihre Fortsetzung: Natürlich konnte sich Michael Schmitz dies nicht bieten lassen, von dieser Selbstverwaltung, ja wo kommen wir denn da hin? Einer Tischvorlage nicht zuzustimmen war eine Dreistigkeit! Das konnte nur bedeuten, dieser Tagesordnungspunkt musste neuerlich auf die Tagesordnung gesetzt werden und zwar auf die Tagesordnung der letzten Sitzung dieses alten Vorstandes in der auslaufenden Legislaturperiode.

Der Vorstand sollte nochmals abstimmen, genauer gesagt zustimmen, dass

1. Die Gebäude der früheren Hauptverwaltung der MMBG im Zentrum von Düsseldorf, U-Bahnanschluss direkt vor dem Haus und überdies auch noch zu Fuß in 5-8 Minuten vom Hauptbahnhof erreichbar verkauft werden sollen.

2. Neue Gebäude "nahe dem Rhein" angemietet werden sollen und hierfür wieder eine Finanzierung durch einen Immobilienfond gewählt werden solle. Für einen Neubau in eigener Verantwortung bedürfte es ja der Zustimmung und Bewilligung durch das BVA.

3. Als Bonbon wurde verkündet, der Käufer würde der BGHM in einer Übergangszeit bis zu 2 Jahren die gekauften Gebäude mietfrei überlassen. Über die Kaufpreisminderungen, die damit verbunden sein würden, darüber wurde nicht gesprochen, so war zu vernehmen. Verschwiegen wurde wohl auch, dass inzwischen von einem Käufer 10 Mio. Euro mehr geboten werden als man noch im Januar bzw. April 2017 erhalten hätte. Michael Schmitz scheint wirklich ein Finanzgenie zu sein, allerdings nur, wenn man seinen Empfehlungen nicht folgt.


Welch ein Wunder:

Der Vorstand, einschließlich der Versichertenvertreter, war wieder brav und folgsam und hat diesem eigentümlichen Deal, nachdem der Grundsatzausschuss mit den Stimmen von Sönke Bock und wahrscheinlich auch Heinz Fritsche schon so votierte hatte, zugestimmt! Hat also in seiner letzten Sitzung nochmals einen Beschluss zur Vorbereitung eines Verstoßes gegen den Fusionsvertrag gefasst! In der Sprache von Sönke Bock könnte man sagen, Wilfried Ehrlich "… hat … sein Amt mit außerordentlicher Kompetenz und Zielstrebigkeit wahrgenommen. Insbesondere bei den drei großen Fusionen, die er maßgeblich begleitete, hat er große Verantwortung und Augenmaß gezeigt. Für sein Engagement möchten wir ihm recht herzlich danken".

Heute würde er möglicherweise noch hinzufügen, dass er Wilfried Ehrlich auch für die Überzeugungsarbeit danken möchte, die er bei den Vertretern der Versicherten im Vorstand der BHGM geleistet habe und die letztlich zu deren Zustimmung zu dem einleuchtenden Beschlussvorschlag von Michael Schmitz führte.

Oder ähnlich!

Möglicherweise wurde bislang einfach verkannt, dass es sich bei den Versichertenvertretern um eine hochqualifizierte Kabaretttruppe handelt?

Hintergrund für diesen, nun doch noch gefassten Beschluss ist, die beiden Bezirksverwaltungen Köln und Düsseldorf zusammenzufassen und Düsseldorf zum neuen Standort zu machen. Das ist zwar nach dem Fusionsvertrag ausgeschlossen, aber wen kümmert es. Bei den Fusionsverhandlungen wurde vom BMAS auch die Stellungnahme des nordrheinwestfälischen Arbeitsministeriums erbeten. Der damalige und heutige Arbeitsminister Laumann verwies darauf, NRW sei schließlich das Land mit den meisten Metallbetrieben und meisten Beschäftigten im Bereich der Metallindustrie und müsse entsprechend berücksichtigt werden. Er äußerte sich auch noch etwas spöttisch über den Anspruch, die Mainzer Hauptverwaltung der früheren BG Metall Nord-Süd, in der aufgrund ihrer "grünen Lage" eher die Hauptverwaltung einer landwirtschaftlichen BG oder BG für den Gartenbau zu vermuten wäre, wolle den juristischen Hauptsitz der BGHM übernehmen. Das wirkte beim BMAS, der juristische Sitz ging nach Düsseldorf.
Aber Dr. Platz und Michael Schmitz und natürlich Wilfried Ehrlich wollen wenigstens bei den Bezirksverwaltungen eine Kosteneinsparung, auch wenn dadurch die Nähe zu den Betrieben verloren geht. Vermutlich hält Wilfried Ehrlich das sogar für gut, dann gibt es nicht so viele "Störungen" durch die lästigen Aufsichtsdienste! Für die Zusammenlegung von Köln und Düsseldorf wird also dann ein neuer Standort in Düsseldorf gebraucht. Schließlich werden die etwa 120 Bediensteten aus Köln nach Düsseldorf "umgesiedelt" werden müssen. Und, so hört man die Kritik, die Düsseldorfer Büros seien ja so "bunkerhaft und dunkel", für die BGHM brauche man schon was helles, luftiges, frisches, etwas, das für die Beschäftigten zumutbar ist!

Und kann man dann nicht auch wieder eine so lukrative Fond-Finanzierung auf den Weg bringen? Wieder das Modell: Bauen lassen und danach mieten und damit die Zustimmung des BVA vermeiden, die beim Selberbauen erforderlich wäre.

Überdies: Welcher Anleger hätte schon etwas gegen eine Verzinsung von 8% einzuwenden. Michael Schmitz, als alter Düsseldorfer, findet doch sicherlich nicht nur einen willigen Käufer, sondern auch willige Anleger, er muss eben nur dafür sorgen, dass es - wie in Mainz - 8% Verzinsung garantiert gibt! Es gibt das Gerücht, dass in Mainz, wo von einem Fond für institutionelle Anleger die Rede war, es doch tatsächlich - natürlich nachträglich - auch Einzelanleger gegeben haben soll. Stimmt dieses Gerücht, dann hätte eigentlich jeder Interessierte und vor allem jeder der hierüber wusste, eine lukrative Anlage tätigen können. Leider wurde diese Vermutung, dieses Gerücht, vom BVA, trotz Aufforderung, nicht geprüft, da das BVA der Ansicht war, hierfür nicht zuständig zu sein. Aber auch das BAFIN wurde vom BVA nicht informiert und es wurde wohl auch von niemandem sonst hierüber informiert. Auch der Bundesrechnungshof wurde nicht informiert.


… und die Folgen?

Was mag wohl Dr. habil. Urban über all die Vorgänge denken?
Etwa: Gut dass der alte Vorstand das noch geregelt hat, sonst wäre der neue Vorstand auch schon wieder diskreditiert? Oder denkt er vielleicht: Was sind bitte Immobilien-Fonds? Damit habe ich mich doch weder in meiner Dissertation, noch in meiner Habilitation befasst. Oder tangieren ihn die Vorgänge bei der gesetzlichen Unfallversicherung wieder einmal nicht, da er ja mit seinen Veranstaltungen an der Uni Jena befasst ist? Oder muss er als Kuratoriumsmitglieder der Hertie School of Governance in Berlin ( https://www.hertie-school.org/de/ueber-uns/gremien/) tätig werden?
Oder er muss wieder ein kluges Streitgespräch führen (vgl. https://www.brandeins.de/archiv/2015/faulheit/ich-moechtelieber-nicht/)?
Man kann es nur vermuten!

Gleichgültig, der alte Vorstand hat jedenfalls seine Unbekümmertheit und seine Gefolgschaftstreue wieder aufs neue bewiesen. Wilfried Ehrlich wird hierfür wahrscheinlich noch einen Orden der Schwellköpfe erhalten und Sönke Bock darf vermutlich einen Schwellkopf tragen - sofern es einen in seiner Größe gibt. Heinz Fritsche hat sich den Schwellkopf ja wohl schon einverleibt!

Wäre nur noch zu fragen: Was halten eigentlich die Beschäftigten von dieser Entscheidung? Was sagt dazu die Personalvertretung? Aber vermutlich interessiert dies sowieso niemanden, am wenigsten die Versichertenvertreter von der IG Metall! Die müssen sich mit den weiteren Aktivitäten von Dr. Platz zum Abbau der Prävention vertraut machen, sonst klappt es ja nicht mit dem Abnicken!


... und noch ein Nachtrag der Forum-BG gerade noch erreicht hat:

Wie inoffiziell jetzt bekannt wurde, werden die Standorte Düsseldorf und Köln in 2019 an neuer Stelle zusammengelegt. Damit ist die Katze aus dem Sack! Die neue Adresse lautet: Arcadiastraße, Düsseldorf-Rath.

Wer es sich schon einmal ansehen möchte: https://www.google.de/maps/place/Arcadiastra%C3%9Fe,+40472+D%C3%BCsseldorf/@51.2607395,6.8172132,663m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47b8c90ece42e923:0x47b44d3be7b435ca!8m2!3d51.2607395!4d6.8194019

Ungünstiger könnte der neue Standort in Düsseldorf kaum sein. Insbesondere in Köln dürfte die Freude groß sein, da Rath im Düsseldorfer Norden liegt. Wie man hört, ist die Stimmung in Köln entsprechend mittlerweile am Tiefpunkt, insbesondere in der Bezirksverwaltung.

Allen Versprechungen auf Personalversammlungen zum Trotz und entgegen der so häufig propagierten neuen "Kommunikationskultur" musste das wieder auf Umwegen bekannt werden. Neuerlich ein schlagender Beweis dafür, dass die Beschäftigten der BGHM Dr. Platz und Co einen feuchten Kehricht interessieren.

Wenn Dr. Platz in 2019 tatsächlich gehen sollte, hinterlässt er ein organisatorisches Desaster und personalpolitisch verbrannte Erde.

Gratulation an den, die Verantwortung tragenden, Vorstand!






















































































































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Aktualisiert am 02 Dez 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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