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DGUV e.V. neuerdings offen für Kritik?

Neues > 2009

Zuletzt geändert am 18.4.2009


Seit dem 1.1.2009 gibt der DGUV e.V. eine neue Zeitschrift heraus, das "DGUV Forum". Von der Zeitschrift "Die BG" hat man sich getrennt. Sie erscheint aber unter neuer Herausgeberschaft weiter.

Man könnte das als großes Zeichen deuten: Bestimmten bislang die BGen zumindest den Titel, so werden sie nun auch dort durch den DGUV e.V. abgelöst. Sollte dies schon in weiser Voraussicht geschehen sein? Am Ende der schon vollzogenen und noch geplanten Fusionen wird niemand mehr auf die Idee kommen, von branchenbezogenen Berufsgenossenschaften zu sprechen und damit der Weg zur Einheitsunfallversicherung nicht nur frei, sondern logisch ist.

Bemerkenswert ist auch, dass der Hauptgeschäftsführer des DGUV e.V. die neue Zeitschrift als eine Plattform für den "fachlichen Austausch auf dem ebenso komplexen wie spannenden Gebiet der Unfallversicherung" ankündigt. Er kündigt an, mit der Zeitschrift soll eine Plattform geschaffen werden um fachlich fundierte Diskussionen zu führen, um Meinungen auszutauschen und um deutliche Akzekte für die Meinungsbildung in diesem Zweig der Sozialversicherung zu setzen. Er kündigt überdies an soweit es die Meinungen betrifft, dürften die auch kontrovers sein.

In der Vergangenheit gehörte ein kontroverser Meinungsaustausch ganz sicherlich nicht zu den Qualitäten, die den DGUV e.V. oder den HVBG e.V. auszeichneten - weder in seinen Veröffentlichungen, noch in seinem Eigenverständnis. Vielmehr gaben die Artikel in "Die BG" die Denkrichtung der Leitenden in der Verwaltung des HVBG e.V. bzw. des DGUV e.V. wider. Es wurde das getan, was der Hauptgeschäftsführer auch für die neue Zeitschrift ankündigt: es wurden "deutliche Akzente für die Meinungsbildung gesetzt".

In einem Punkt bleibt die neue Publikation der alten völlig treu: Am Editorial hat sich nichts geändert. Neben dem Text findet man ein Bild des Hauptgeschäftsführers, natürlich in staatsmännischer Pose. Das Editorial vermittelt jedenfalls nicht den Eindruck, man lege auch nur den geringsten Wert auf eine - möglicherweise - kontroverse Meinungsbildung.

Solche Auftritte und Darstellungsformen haben ihre Tradition und waren häufig Gegenstand von Karikaturen. Vor über 100 Jahren hat die Gartenlaube sich in einem Artikel mit dem Thema der Selbstdarstellung befaßt und dazu u.a. ein schönes Bild gewählt. Stellen wir uns einmal die Geschäftsführung in der, in diesem Bild dargestellten Form vor.


Quelle: Die Gartenlaube, Heft 1/1894, S. 9

Wir dürfen gespannt sein, wann der erste kontroverse Beitrag zu lesen sein wird. Ob wir das noch erleben dürfen?

Ein Problem ist allerdings, der Meinungsbildungsprozess beim DGUV e.V. leidet unter einer wesentlichen Schwäche:
Bislang reichte es der Verwaltung, wenn ihre Meinung bestimmend war. So eine Haltung verträgt sich aber wenig mit einem Diskussionsprozess. Wer Akzente in der Meinungsbildung setzen möchte, für den ist eine offene Diskussion eher störend. Insofern ist es auch nicht überraschend, dass die Selbstverwaltung nicht selten mit einem gewissen Informationsdefizit leben muss und bestimmte Entscheidungen nur noch nachträglich absegnen kann.

Wie verschwiegen Meinungsbildung gelegentlich durch die Verwaltung des DGUV e.V. stattfindet zeigt beispielsweise die Abstimmung des Referentenentwurfes für eine Überarbeitung der Berufskrankheitenverordnung zwischen der Ministerialbürokratie des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung und der Verwaltung des DGUV e.V., wie sie gerade um die Jahreswende 2008/2009 stattgefunden hat. Siehe hierzu: Wie Berufskrankheiten verhindert werden


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Aktualisiert am 18 Jul 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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