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... und die nackten Kaiser

Berufskrankheiten > Medizinische Gutachter > Das Zigarettenkomplott

Zuletzt geändert am 10.11.2008


Wer kennt nicht die Geschichte vom Kaiser mit den neuen Kleidern?


Auf der Basis der Daten, die im Rahmen der Klagen in den USA offengelegt und im Internet verfügbar gemacht wurden, hat das Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg eine Studie beim Center for Tobacco Control Research and Education an der University of California in San Francisco in Auftrag gegeben. Diese Studie hat in dramatischer Weise klar gemacht, mit welchen Mitteln und Methoden die deutsche Zigarettenindustrie auf Wissenschaft und Politik Einfluss genommen hat. Diese Studie hat aber auch dazu beigetragen die zweifelhafte Rolle einer Reihe von Arbeitsmedizinern offenzulegen. Interessanterweise handelt es sich dabei gerade um Arbeitsmediziner mit Lehrstuhl, die u.a. eine wichtige Rolle bei den BGen und auch einen großen Einfluss auf diese hatten und haben - soweit sie noch leben.

Für eine breitere Öffentlichkeit wurde - weitgehend auf der Studie des Krebsforschungszentrums aufsetzend - ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Der Zigarettenkrieg“ erstellt. Er wurde bereits mehrfach vom Fernsehn ausgestrahlt (vom rbb am 24.01.2008 von 0:40-1:25 Uhr sowie vom swr am 23.8.2008 um 0:45 Uhr). Bereits die Sendezeiten machen deutlich, die Sender waren nicht daran interessiert tatsächlich ein größeres Publikum zu erreichen. Glücklicherweise kann der Film im Internet unter
http://de.sevenload.com/videos/6rAerfJ-Zigaretten-Krieg gesehen werden.

Mittlerweile sind eine Reihe von Artikeln in Fachzeitschriften erschienen, die sich mit dem Verhalten der Mediziner auseinandersetzen. So hat das Deutsche Ärzteblatt in seinem Heft vom März 2007 einen Artikel unter der Überschrift "Vom Teufel bezahlt..." veröffentlicht, der unter http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=54940 nachgelesen werden kann.

Es gab aber nicht nur eine Reaktion verschiedener Medien auf die Aktivitäten der Zigarettenindustrie und die besondere Rolle von Medizinern. Der Verband der Lungenfachärzte hat einen Beschluss gefasst, dass Mitglieder, die von der Tabakindustrie Forschungsgelder annehmen, ausgeschlossen werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg hat als Reaktion auf die Machenschaften der Zigarettenindustrie einen Kodex verabschiedet, in dem eine Zusammenarbeit im der Zigarettenindustrie abgelehnt wird.

Aber auch bei der Zigarettenindustrie hat sich etwas getan: Der VdC wurde im Juni 2007 wegen des Austritts von Philip Morris aufgelöst. Es darf aber bezweifelt werden, damit seien die Versuche auf Politik und Wissenschaft Einfluss zu nehmen beendet, schließlich wurde bereits am 15. März 2008 der Deutsche Zigarettenverband gegründet.

Als Geschäftsführerin dieses Verbandes fungiert Marianne Tritz, geb. 1964 in Dannenberg, Niedersachsen. Ihre Biografie ist bemerkenswert und unter der Homepage des Verbandes http://www.zigarettenverband.de/common/Ueber-den-DZV/geschafts-fuhrung nachlesbar:

  • von Beruf Polsterin und Raumausstatterin
  • seit 1985 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen
  • Sie war Dozentin für Neue Medien, Pressesprecherin und Geschäftsführerin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg
  • 1999 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der Grünen in Niedersachsen für die Europawahl
  • 2001 bis 2002 Referentin für Fundraising und Unternehmenskontakte beim Bundesvorstand der Grünen
  • 2002 bis 2005 Abgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag
  • bis zum Einstieg beim DZV Vorstandsreferentin im Bundestagsbüro des Fraktionsvorsitzenden Fritz Kuhn, Bündnis 90/Die Grünen

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