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... und die Konsequenzen?

Berufskrankheiten > Medizinische Gutachter > Das Zigarettenkomplott

Zuletzt geändert am 16.11.2008


Die wohl erste und wichtigste Reaktion auf diese Vorgänge sollte die umfassende Information der Rentenausschüsse und Widerspruchsstellen sein. Gleichermaßen müssen die, in den Verwaltungen der Unfallversicherungsträger mit der Abwicklung der BK-Verfahren beschäftigten Personen über diese Vorgänge informiert werden.

Diese Vorgänge machen aber deutlich, es bedarf dringend einer Offenlegung, welche Leistungen, die einzelne Mediziner für die Unfallversicherungsträger erbringen. Es muss klar hervorgehen wer Leistungen in der Funktion als beratender Arzt und wer Leistungen als medizinischer Gutachter erbringt und zwischen diesen Funktionen muss klar und sauber getrennt werden. Bei den BGen wird hierauf zu wenig bis nicht geachtet (s. Das Problem mit den beratenden Ärzten).

Eine weitere Konsequenz sollte sein, dass von allen BGen und dem DGUV e.V. offengelegt wird, mit welchen Ärzten Beratungsverträge bestehen und welchen Inhalt diese vertraglichen Beziehungen haben. Dabei geht es vor allem darum, unklare Beziehungen künftig zu vermeiden. Zu denken ist dabei etwa an die Situation in der ein und derselbe Arzt sowohl als beratender Arzt tätig wird und gleichzeitig als Gutachter in BK-Verfahren - möglicherweise auch noch demselben, in dem er als beratender Arzt eingeschaltet ist - vorgeschlagen wird.

Die Selbstverwaltung hat ein Recht darauf zu erfahren wer die Verwaltung in medizinischen Fragen berät. Diese Informationen müssen selbstverständlich auch den Versicherten sowie ihren Rechtsvertretern frei zugänglich sein.

Nicht vergessen werden dürfen die Mediziner in den BG-Kliniken. Sie spielen eine wichtige Rolle bei

  • der Diskussion ob Erkrankungen auf die BK-Liste kommen sollen,
  • der Entwicklung von Diagnose- und Anerkennungsstandards,
  • der Entwicklung der Kriterien für die Festlegung der MdE.


Diese Mediziner treten bei Veranstaltungen häufig in der Rolle von Wissenschaftlern für den DGUV e.V. oder einzelne BGen auf. Dabei muss gefragt werden, welche Tätigkeit sie in den BG-Kliniken eigentlich erfüllen. Sind sie wirklich wissenschaftlich tätige Mediziner oder ist ihre Tätigkeit in den Kliniken nicht vielmehr die von behandelnden Ärzten. Damit wird ihnen keinesfalls die medizinische Kompetenz abgesprochen, aber sie können für sich nicht in Anspruch nehmen ihre tägliche Tätigkeit mit der eines Arztes gleichzusetzen, der forschend tätig ist. Bei einer wissenschaflichen Studie wird eine ganz genau festgelegte und nachvollziehbare methodische Vorgehensweise erwartet, die es dann auch mit den festgestellten Ergebnissen zu dokumentieren gilt. Es käme ja auch niemand auf die Idee, die Arbeit eines Projektingenieurs in der Industrie mit der eines Ingenieurs gleichzusetzen, der in einem Forschungsinstitut arbeitet. Während beim ersten die Erreichung der angestrebten Kriterien und Funktionen des entwickelten Produktes den Fokus bilden, stellt in der Forschung die Einhaltung der Verfahrens-, Mess-, Erhebungsgenauigkeit, die systematische, mit wissenschaftlichen Methoden durchgeführte Analyse sowie eine ebensolche Dokumentation des Forschungsprozesses wie der Forschungsergebnisse das Kriterium für die Arbeit dar.

Es muss stark bezweifelt werden, dass der medizinische Alltag und die Tätigkeit der Ärzte in den BG-Kliniken so orientiert und organsiert sind wissenschaftliche Ergebnisse zu gewinnen. Hiergegen spricht gerade auch die Bestrebung der Verwaltung des DGUV e.V., die BG-Kliniken bei ihren Leistungen stärker noch Wirtschaftlichkeitskriterien unterwerfen zu wollen (s. Die Diskussion um eine Anpassung der Reha).

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Aktualisiert am 19 Jun 2017 | forum-bg@forum-bg.de

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