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Beispiel 1: Die finanzielle Abhängigkeit

Berufskrankheiten > Wer ist für die wissenschaftliche Begründung von Berufskrankheiten zuständig? > Medizinische Fachgesellschaften: Wissenschaftliche Gesellschaften?

Zuletzt geändert am 16.8.2010


Beispiel 1: Finanzielle Abhängigkeit

In einem Beitrag vom 26. Juli 2010 hat sich report München unter dem Titel "Die Krankmacher" mit medizinischen Leitlinien auseinandergesetzt, wie sie von medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet werden. Konkret ging es dabei um Leitlinien der "Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.". Zusammengefasst stellte report München fest, dass die in den Leitlinien festgelegten Grenzwerte weniger durch medizinische Erkenntnisse als vielmehr durch ökonomische Interessen der Pharmaindustrie geprägt waren. In dem Beitrag heißt es:

"Das Problem: Viele Fachgesellschaften, die Leitlinien erstellen, sind mit der Industrie verbandelt. Das zeigt schon ein Blick ins Internet: Pharmahersteller agieren als Förderer.

Prof. Peter Sawicki, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: "Die allermeisten Leitlinien der Fachgesellschaften sind unter Mitwirkung der pharmazeutischen Industrie erstellt. Und das ist ein Verkauf der medizinischen Unabhängigkeit, der schwerwiegend ist, weil es Patienten schadet und weil es zu Mehrausgaben im Gesundheitswesen führt und damit auch der Solidargemeinschaft schadet."

report MÜNCHEN konfrontiert den Vorsitzenden der Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen mit den Vorwürfen zur fehlenden Unabhängigkeit:

Frage Reporterin: "Wenn wir jetzt aber sozusagen der Forderung, die es ja gibt, dass die Fachgesellschaften wirklich abgekoppelt sein sollten von den Profiteuren, also in Ihrem Fall die Nahrungsmittelindustrie, die Pharmaindustrie, auch der Gerätehersteller, nachkommen, könnten Sie dann existieren? (…) Als Fachgesellschaft?

Prof. Achim Weizel, Lipid-Liga: Etwa 15 sek Schweigen.

Nachfrage Reporterin: "Aber eine gewisse Abhängigkeit ist ja doch da, die machen ja doch einen großen Anteil aus!"

Prof. Achim Weizel, Lipid-Liga: "Die Abhängigkeit führt aber nicht dazu, dass wir uns in deren Sinne verhalten."
Grenzwerte und Leitlinien, die von der Pharmaindustrie beeinflusst werden, nutzen dem Patienten nicht nur wenig, sondern sie können ihm sogar schaden."

(Zitiert aus dem, von der ARD veröffentlichten Text der Sendung)

Soweit die Feststellungen von report München, die hinsichtlich der Wissenschaftlichkeit von Leitlinien Zweifel aufkommen lassen und die einer Überprüfung nach den von Wiester, Keller u.a. geforderten Kriterien für die Erarbeitung von antizipierten Sachverständigengutachten nicht standhalten könnten.

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